Angst vor Nachahmer

Verschärfte Sicherheit bei World Pride in Amsterdam

Menschen gehen und fahren Fahrrad auf einer mit Regenbogenfarben bemalten Straße in Amsterdam.
© EPA
Nach dem Anschlag in Berlin mit einer Toten und Verletzten bei einer CSD-Party werden für die World Pride in Amsterdam zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen getroffen.
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Trauer und Schock herrschen in Berlin nach dem Anschlag mit einer Toten und mehreren zum Teil Schwerverletzten bei einer Party rund um den Christopher Street Day. Das nächste große Event der LGBTQ+-Bewegung findet nun in Amsterdam statt – und man fürchtet bereits Nachahmungstäter. In Amsterdam werden für die gegenwärtig stattfindende World Pride zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen getroffen. Sie gilt als eines der größten internationalen Events der Bewegung und findet heuer zum ersten Mal in Amsterdam statt. Die mehrtägigen Veranstaltungen wurden am Samstag im Beisein von Königin Máxima ohne Zwischenfälle feierlich eröffnet. Als Höhepunkt ist für Samstag die Bootsparade Pride Amsterdam über die Grachten geplant.

Schatten über den Feierlichkeiten

Doch die Feierlichkeiten werden von dem Anschlag in Berlin überschattet. Zumal der Verdacht besteht, dass der mutmaßliche Attentäter Abdul Ballout nicht alleine handelte und womöglich Teil eines terroristischen Netzwerks war. Zur Stunde fahndet die Polizei weiter mit Hochdruck nach dem 21-Jährigen, der den Behörden bereits als islamistischer Gefährder amtsbekannt war. Ballout hätte am Wochenende zu einem Deradikalisierungs-Kurs gehen sollen. Nun kristallisiert sich mehr und mehr heraus, dass sich der in Deutschland geborene Mann mit libanesischen Wurzeln viel mehr radikalisiert hatte und ein Anhänger der Terrormiliz Islamischer Staat war.

Rolle der sozialen Netzwerke

Felix Neumann, Terrorismusexperte bei der Konrad-Adenauer-Stiftung, sagte der dpa, Radikalisierung finde zunehmend über das Internet statt. Grundsätzlich sehe man vor allem beim Islamismus als auch beim Rechtsextremismus, dass die digitale Komponente immer weiter zugenommen hat. Eine wichtige Rolle spielten die sozialen Netzwerke. Junge Leute sähen immer dieselben Inhalte und seien in ihrer von Algorithmen beeinflussten Bubble.

Reaktionen und verstärkte Polizeipräsenz

In Berlin sind am Sonntag Menschen zu dem Ort des Geschehens gekommen, legten Blumen und ein Schild mit der Aufschrift "Liebe siegt" nieder. Deutschlands Bundeskanzler Friedrich Merz bezeichnete die Tat als "Angriff auf unsere Gesellschaft", der mit aller Härte verfolgt werde. Die Bundespolizei teilte mit, dass ihre Präsenz sichtbar verstärkt wurde, insbesondere an Flughäfen, im Bahnbereich und in der Grenzfahndung. Zudem durchsuchte man bereits die Wohnung von Abdul Ballout, bislang jedoch ohne Erfolg.

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