Migranten-Ansturm

"Vollkommen versagt" - Nächstes Land will Spanien aus Schengen werfen

Polizisten und Sicherheitskräfte versammeln sich bei Krawallen an einer steilen, staubigen Straße.
© APA/AFP/ABDEL MAJID BZIOUAT
Die Kritik an der Regierung in Madrid wird immer lauter.
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Binnen 24 Stunden sind laut offiziellen Angaben rund 49.000 Migranten in die Exklave Ceuta in Nordafrika gelangt. Sie seien von Marokko aus auf dem See- und Landweg in das Gebiet gekommen, teilte das spanische Innenministerium am Freitag mit. Das an der Küste gelegene Ceuta ist immer wieder Ziel von Migranten, die von Marokko aus die EU erreichen wollen. Nach dem jüngsten Massenandrang hat Spaniens Regierung zur Unterstützung der örtlichen Polizei Militär entsandt.

Kritik an Spanien

Angesichts der Ereignisse verstärkte Frankreich seine Kontrollen an der Schengen-Binnengrenze zu Spanien. Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez erklärte am Freitag im Onlinedienst X, er habe Anweisungen erteilt, "die Kontrollen an der spanischen Grenze unverzüglich zu verstärken". Dem Sender RTL sagte Nuñez, er werde am Freitag erneut mit seinem spanischen Amtskollegen Fernando Grande-Marlaska Gómez sprechen. "Wir haben Kontrollen an der französisch-spanischen Grenze, die gibt es bereits und tatsächlich wurden sie in den vergangenen Monaten verstärkt", sagte Nuñez. "Wir haben eine mobile Einheit, die permanent im Einsatz ist. Wir werden natürlich Maßnahmen ergreifen, wenn es Bewegungen in Richtung französisches Territorium gibt", fuhr er fort. "Auf jeden Fall werden wir die Grenzkontrollen offensichtlich verstärken."

Italien forderte indes den Ausschluss Spaniens aus dem Schengen-Raum. Ihre Regierung sei dabei, "die zuständigen Stellen zusammenzubringen", erklärte Italiens Ministerpräsidentin Georgia Meloni. "Sobald diese Treffen abgeschlossen sind, sind wir bereit zu handeln, auch durch außergewöhnliche Maßnahmen (...) wie etwa das Aussetzen des Schengen-Abkommens mit Spanien." Die Bilder aus Ceuta nannte Meloni am Donnerstag im Onlinedienst X "schockierend". "Italien wird nicht tatenlos zusehen", kündigte sie an.

Finnland schloss sich dem an: Spanien solle aus dem Schengen-Raum ausgeschlossen werden, denn es habe "vollkommen dabei versagt", dessen Außengrenze zu schützen, erklärte Innenministerin Mari Rantanen im Onlinedienst X. "Länder, die ihren Verpflichtungen zum Schutz der Außengrenzen nicht nachkommen, können nicht Teil von Schengen sein", ergänzte Rantanen, die Mitglied der rechtspopulistischen Partei Die Finnen ist.

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