Studie zur Gen Z

Warum junge Erwachsene immer weniger Sex haben

© Getty Images
Eine neue Studie zeigt überraschend: Junge Erwachsene der Gen Z haben immer weniger Sex. Angst vor Bloßstellung im Netz, Finanzsorgen und Social-Media-Dopamin sind oft stärker als die reine Lust.
OE24 auf Google bevorzugen

Laut einer umfassenden Befragung des renommierten Kinsey Instituts unter 2.373 jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 29 Jahren befindet sich die sogenannte "Gen Z" in einer echten Sex-Flaute. Die nackten Zahlen der Umfrage: Ganze 29 Prozent hatten in den letzten drei Monaten gar keinen Sexpartner und 19 Prozent waren in ihrem Leben überhaupt noch nie intim. Zudem geben 43 Prozent an, dass finanzielle Sorgen das Dating erschweren. Doch an mangelnder Lust liegt das nicht: Die meisten geben an, einen mittleren bis hohen Sexualtrieb zu haben. Dementsprechend sind auch nur 18 Prozent mit ihrem Sexleben unzufrieden. Doch was hält die Jugend dann vom Schlafzimmer ab?

Angst vor peinlichen Gruppen-Chats

Die Gründe für die oft unfreiwillige Keuschheit sind vielschichtig. Eine 22-jährige Frau aus New York bringt eine große Sorge ihrer Generation gegenüber der New York Post auf den Punkt: Die Angst, nach einem Date in Form von Screenshots in einem Gruppen-Chat zu landen. "Screenshots, private Nachrichten und Klatsch können fast sofort einen ganzen sozialen Kreis erreichen, was mich vor meiner Beziehung beim Thema Sex zögern ließ", erklärt sie.

Die allgegenwärtigen Smartphones sorgen für ständige Überwachung. Die Sorge, als verzweifelt (in der Jugendsprache "down bad" genannt) abgestempelt und heimlich gefilmt zu werden, ist riesig. Folgende Hürden bremsen die Gen Z beim Dating und beim Sex ganz besonders ein: Sorge, dass intime Details in Chat-Gruppen landen, Unklarheit über die Absichten in Dating-Apps und falscher Leistungsdruck durch Pornos.

Social Media als Sex-Ersatz

Statt sich dem Stress realer Treffen auszusetzen, holen sich viele junge Erwachsene ihre Bestätigung lieber online. Likes auf Instagram, TikTok oder Twitch ersetzen für viele das klassische Kompliment. Telefonsex oder das Versenden von Nacktfotos erfreuen sich laut der Befragung ebenfalls großer Beliebtheit, da diese virtuelle Nähe kaum Verpflichtungen mit sich bringt.

Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden