Starkes Wachstum

Europas Automarkt legt weiter zu

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Neuzulassungen stiegen in EU im September um 9,8%, in Österreich um 4,4%.

Die Pkw-Nachfrage in der EU ist ungeachtet des Skandals um gefälschte Diesel-Abgaswerte bei VW auch im September kräftig gestiegen. Dank Erholung in Südeuropa, Verschrottungsprämien sowie Preisnachlässen seien die Neuzulassungen um fast 10 Prozent auf 1,36 Mio. Fahrzeuge geklettert, so der Herstellerverband Acea am Freitag. In Österreich erhöhten sie sich, wie berichtet, um nur 4,4 Prozent auf 25.966 Stück.

"Niedrige Zinsen, hohe Rabatte, eine sinkende Arbeitslosigkeit und eine steigende Konsumbereitschaft sind die Hauptgründe für die positive Entwicklung in Europa", sagte Peter Fuß von der Unternehmensberatung EY. Auch der niedrige Ölpreis habe dazu beigetragen, dass mehr Autos zugelassen wurden.

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Über 10 Millionen neue Autos
In den ersten neun Monaten rollten 10,4 Millionen Wagen neu auf Europas Straßen - ein Plus von 8,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Obwohl damit die Marke von zehn Millionen Fahrzeugen überschritten wurde, sei das Vorkrisenniveau noch weit entfernt, klagte der Verband. So seien 2007 im selben Zeitraum fast zwölf Millionen Fahrzeuge neu zugelassen worden. In Österreich waren die Neuzulassungen in den ersten drei Quartalen mit 237.193 Autos fast stabil (minus 0,1 Prozent).

Trotz des Abgasskandals hat der Volkswagen-Konzern den Absatz um 8,4 Prozent gesteigert. Die illegalen Manipulationen bei Diesel-Emissionen wurden allerdings erst am 18. September publik. Experten erwarten, dass eventuelle Auswirkungen auf den Neuwagenabsatz erst in einigen Wochen oder Monaten sichtbar werden.

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Preiskampf wird sich verschärfen
Fuß rechnet jedoch auch in den kommenden Monaten nicht mit gravierenden Folgen für die Branche. "Selbst wenn es zu einer gewissen Delle beim Absatz von Diesel-Neuwagen kommt, dürfte es auf der anderen Seite ein entsprechend starkes Plus bei Benzinern geben." Die Nachfrage nach neuen Autos sei derzeit ungebrochen stark. Der Experte führt dies auch auf den hohen Ersatzbedarf zurück. Denn die Wagen auf Deutschlands Straßen seien derzeit im Schnitt neun Jahre alt.

Der Preiskampf dürfte sich jedoch verschärfen. Angesichts der Verunsicherung vieler Käufer könnten einige Hersteller jetzt ihre Chance wittern, den eigenen Marktanteil zu steigern und noch aggressiver auf Rabatte setzen, sagt Fuß. Schon jetzt sind massive Preisabschläge an der Tagesordnung. So stiegen die Tageszulassungen nach Berechnungen von EY zwischen Jänner und September in Deutschland um 13,6 Prozent und damit mehr als doppelt so stark wie der Gesamtmarkt, der in diesem Zeitraum um 5,5 Prozent zulegte. Hersteller und Händler melden oft Autos auf sich selbst an und verkaufen diese anschließend als Tageszulassungen oder junge Gebrauchtwagen mit teils kräftigen Rabatten. "Dieser Trend dürfte sich angesichts des Abgasskandals in den kommenden Monaten noch verstärken", glaubt Fuß.

Boom auch in den USA
Nicht nur in der EU ging es aufwärts, auch in den USA wurden deutlich mehr Autos verkauft. Dort stiegen die Neuzulassungen im vergangenen Monat sogar um knapp 16 Prozent, was aber auch an Kalendereffekten lag. Für die deutschen Autobauer noch viel wichtiger: In China scheint der Abwärtstrend der vergangenen Monate zumindest vorerst gestoppt. Im September legte der Pkw-Absatz auf dem weltgrößten Pkw-Markt um 6 Prozent zu. Dagegen ging die Talfahrt in Brasilien (minus 32 Prozent) und Russland (minus 29 Prozent) weiter.

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