Nach PSA-Übernahme

Opel-Chef Neumann tritt zurück

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Der Nachfolger des langjährigen Konzernchefs steht auch schon fest.

Mitten im Eigentümerwechsel verliert der Autobauer Opel seinen Chef Karl-Thomas Neumann (Bil oben vor dem neuen Insignia ). Der 56-jährige Manager gab seinen Rücktritt per Kurznachrichtendienst Twitter am Montag als erstes selbst bekannt und nannte auch seinen Nachfolger, den bisherigen Finanzchef der General-Motors-Tochter. "Glückwunsch, Michael Lohscheller!", schrieb er.

Karl-Thomas Neumann werde der Geschäftsführung bis zum Abschluss des Verkaufs von Opel an den französischen Autokonzern PSA angehören, erklärte der Rüsselsheimer Konzern. Die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" hatte am Wochenende über den bevorstehenden Abschied berichtet. Reuters erfuhr von einem Insider, der Niedersachse sei ein Kandidat für einen Vorstandsposten bei Volkswagen , womöglich als Nachfolger des im Dieselskandal angeschlagenen Audi -Chefs Rupert Stadler.

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Image und Verkaufszahlen aufpoliert

Neumann führte die mit Verlusten kämpfende GM -Tochter seit 2013. Dabei polierte er das Image der früher als angestaubt geltenden Marke auf und steigerte die Verkaufszahlen. Sein Ziel, Opel dauerhaft zurück in die schwarzen Zahlen zu bringen, erreichte er jedoch nicht. Neumann führte das vor allem auf widrige äußere Umstände wie die Russland-Krise, die Opel zum Rückzug aus diesem Markt veranlasste, oder dem Brexit zurück. Das Votum der Briten für einen Ausstieg aus der Europäischen Union hatte der britischen Schwestermarke Vauxhall erhebliche Wechselkursverluste beschwert.

Im Frühjahr gab der US-Autobauer GM bekannt, die schwächelnde deutsch-britische Tochter an den Peugeot-Bauer PSA zu verkaufen. PSA-Chef Carlos Tavares setzte Opel zum Ziel, mit einer Rendite von zwei Prozent bis 2020 profitabel zu werden. "Ich bin enthusiastisch darüber, zur Wiedergeburt von Opel als nachhaltigem deutschen Unternehmen in der PSA-Gruppe beizutragen", erklärte er zum Wechsel an der Opel-Spitze. Mit Lohscheller komme er besonders gut aus. Die "FAS" hatte ohne Angabe von Quellen berichtet, zwischen Neumann und Tavares habe die Chemie von Anfang an nicht gestimmt. So habe Neumann, der Opel ganz auf Elektromobilität trimmen wollte, bezweifelt, dass Tavares die Bedeutung des Trends zu den alternativen Antrieben richtig einschätze.

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Entscheidung sei schwer gefallen

Neumann erklärte, für ihn sei es eine schwierige, persönliche Entscheidung gewesen, Opel zu verlassen. Nach dem Abschluss des Verkaufs, der gegen Jahresende erwartet wird, wolle er sich die Zeit nehmen, über seine nächsten Schritte zu entscheiden. Bei Volkswagen wäre es der dritte Antritt für den 56-jährigen studierten Elektrotechnik-Ingenieur. Von 1999 bis 2004 und von 2009 bis 2012 war er in dem Wolfsburger Konzern vor allem in der Entwicklung der Elektromobilität und als China-Chef tätig. Dazwischen arbeitete er für den Autozulieferer Continental, schied aber nach einem Jahr an der Vorstandsspitze wegen Unstimmigkeiten mit dem Conti-Großaktionär Schaeffler aus. Wegen seiner Affinität zur Elektromobilität würde der Niedersache Branchenexperten zufolge gut zu Audi passen.

Opel erklärte weiter, mit dem Wechsel zu Lohscheller werde im Geschäft Kontinuität und ein nahtloser Übergang des Unternehmens an PSA gesichert. Opel-Betriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug begrüßte, dass mit Lohscheller ein Nachfolger aus der bisherigen Führungsriege gefunden wurde. "Wir werden den eingeschlagenen Weg konsequent weitergehen und als Teil der PSA-Gruppe weiter an Schlagkraft gewinnen", erklärte Lohscheller. Schließlich entstehe zusammen mit PSA ein europäischer Champion. PSA-Chef Tavares hatte Sorgen über Arbeitsplatzabbau bei Opel mit dem Versprechen gedämpft, alle bestehenden Zusagen zu Standorten und Stellen bis Ende 2018 einzuhalten. In der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" am Montag erklärte er jedoch, für die Zeit danach könne er keine Garantien geben, wenn Opel weiter Verlust machen sollte. "Da muss man offen und ehrlich sein: Das einzige, was Mitarbeiter schützt, ist Gewinn", sagte Tavares.

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