Neue Firmenkultur

VW schlägt jetzt leisere Töne an

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Hersteller muss nicht mehr größter Autobauer der Welt sein.

Größter Autobauer der Welt zu werden, ist für Volkswagen -Chef Matthias Müller kein Ziel mehr. "Ob Nummer eins, zwei oder drei beim Volumen, das ist mir egal", sagte Müller im Interview mit der "Wirtschaftswoche". Das "Schielen auf Stückzahlen und immer neue Verkaufsrekorde" mache aus seiner Sicht wenig Sinn.

Müllers Vorgänger Martin Winterkorn hatte als Ziel ausgegeben, die meisten Autos weltweit zu produzieren, und sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Toyota geliefert.

Aus für pompöse Veranstaltungen
Mit Blick auf die Krise des Wolfsburger Autobauers sagte Müller dem Magazin, dass VW künftig auf pompöse Veranstaltungen wie die Gala am Vorabend der Genfer Autosalons verzichten wolle: "Etwas mehr Demut und Bescheidenheit steht uns auch hier gut an. Zugleich spart uns das viel Geld, einige Millionen Euro pro Veranstaltung. Bei vier bis fünf derartigen Messen im Jahr kommt da eine erkleckliche Summe zusammen."

Gleichzeitig sprach sich der VW-Chef für Boni-Kürzungen von Mitarbeitern und Vorständen aus. Neben den Mitarbeitern der Kernmarke VW sollten auch die der Konzerntöchter Audi und Porsche, die einen großen Teil des Konzerngewinns einfahren, auf Bonuszahlungen verzichten. "Wir sind eine Familie, das gilt in guten wie in schlechten Zeiten", sagte Müller der "Wirtschaftswoche".

Winterkorn-Nachfolger
Der ehemalige Porsche-Chef Müller hatte im September den Konzernvorsitz von Winterkorn übernommen, nachdem der langjährige VW-Vorsitzende im Zuge der Manipulationsaffäre zurückgetreten war. VW hatte vor gut drei Monaten zugeben müssen, dass weltweit bei rund elf Millionen Dieselfahrzeugen eine Manipulationssoftware eingesetzt wurde, die den Stickoxid-Ausstoß im Testbetrieb als zu niedrig auswies. Durch Strafen, Rückrufaktionen und Entschädigungen kommen auf den Wolfsburger Konzern Milliardenkosten zu.

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