Das Unternehmen soll mit Hilfe von einem Investor fortgeführt werden.
Graz. Die steirische Meon Medical Solutions GmbH & Co KG ist insolvent und hat am Dienstag einen Antrag auf ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung in Graz eingebracht. Die Überschuldung beträgt über 18 Mio. Euro, wie die Kreditschützer AKV, Creditreform und KSV mitteilten. Das Unternehmen soll fortgeführt werden, unter anderem durch die Hereinnahme eines Investors. Betroffen sind rund 65 Gläubiger und 86 Dienstnehmer.
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Die Meon Medical Solutions ist ein Forschungs- und Entwicklungsunternehmen, welches ein spezielles Gerät entwickelt, mit dem Immunoassay-Tests, klinische Chemie-Tests und Elektrolyt-Tests kompakt in einem durchgeführt werden können. Das Gerät vereint mehrere Technologien und bietet die Möglichkeit, Laboranalysen durchzuführen, für die in der Vergangenheit unterschiedliche Gerätschaften und deutlich mehr Platz erforderlich war. Zudem sollen damit Küvetten wiederverwendbar sein, weshalb das System nachhaltiger als die üblichen Methoden sei.
Entwicklung noch nicht serienreif
Nach Firmenangaben habe die Entwicklung des Produkts bis zum Markteintritt deutlich länger als geplant gedauert. Neben einer Bankfinanzierung und Förderungen wurden erhebliche Mittel von Gesellschafterseite investiert, um die bisherige Forschungs- und Entwicklungsphase zu finanzieren. Da aber noch weitere Zeit und Mittel vonnöten sind und bis zum Break-even ein Vertriebsnetz aufgebaut werden muss, soll ein Investor einsteigen. Es wurden zwar zahlreiche Patente angemeldet, eine Marktreife ist derzeit noch nicht erreicht. Das Gerät ist zwar fertig entwickelt, aber - da noch Zulassungen fehlen - noch nicht serienreif, so der AKV.
Den Aktiva von Meon Medical Solutions von rund 1,13 Mio. Euro stehen Passiva in der Höhe von rund 19,92 Mio. Euro gegenüber. Daraus ergibt sich eine Überschuldung von rund 18,79 Mio. Euro. Den Gläubigern soll eine 20-prozentige Sanierungsplanquote zahlbar binnen zwei Jahren ab Annahme angeboten werden. Die Mittel zur Fortführung sollen von dritter Seite zur Verfügung gestellt werden. Das Unternehmen ist wie andere Medizintechnikfirmen im neuen ZWT (Zentrum für Wissens- und Technologietransfer in der Medizin) bei der Med-Uni Graz im Stiftingtal angesiedelt.