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365 Mio. Überschuss

Hoher Spritpreis beschert OMV Gewinne

Trotz der Unruhen in Nordafrika steigert die OMV ihr Quartals-Ergebnis.

Der OMV-Konzern hat im 1. Quartal 2011 die Ergebniserwartungen der Analysten deutlich übertroffen. Der Umsatz legte gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 53 Prozent auf 8,07 Mrd. Euro zu, der Betriebserfolg (EBIT) um 14 Prozent auf 807 Mio. Euro. Unterm Strich blieb ein Nettogewinn von 365 Mio. Euro (+5 Prozent). Die von der APA befragten Analysten hatten im Schnitt mit einem Umsatzanstieg um ein Drittel gerechnet und ein praktisch unverändertes Nettoergebnis erwartet.

Hohe Öl- und Spritpreise treiben Umsatz an
Der im Jahresabstand um 53 Prozent gestiegene OMV-Konzernumsatz im 1. Quartal sei vor allem auf höhere Rohöl- und Produktenpreise, einen Anstieg der Gasverkaufsmengen sowie die erstmalige Erfassung der türkischen Petrol Ofisi zurückzuführen, teilte die OMV am Mittwoch mit. Der EBIT-Beitrag der Rumänien-Tochter lag mit 282 Mio. Euro ebenfalls über dem Vorjahresquartal (230 Mo. Euro), ebenfalls vor allem dank des höheren Rohölpreises.

Die Netto-Sonderaufwendungen im 1. Quartal von 20 Mio. Euro beziehen sich hauptsächlich auf die erwarteten Kosten im Zusammenhang mit der Schließung der Raffinerie Arpechim. Zusätzlich wurden positive CCS Effekte (Lagerhaltungsgewinne) von 101 Mio. Euro gebucht. Das CCS EBIT vor Sondereffekten stieg von 647 Mio. Euro im 1. Quartal 2010 auf 726 Mio. Euro. Der Beitrag der Petrom lag mit 283 Mio. Euro ebenfalls über dem Vorjahreszeitraum.

Das CCS EBIT vor Sondereffekten stieg, unterstützt von hohem Ölpreis und einem besseren Petrochemie-Ergebnis, um 12 Prozent auf 726 Mio. Euro. Der CCS Periodenüberschuss vor Sondereffekten und nach Minderheiten fiel um 9 Prozent auf 272 Mio. Euro. Der operative Cashflow legte durch den hohen Ölpreis um 19 Prozent auf 892 Mio. Euro zu.

Das Ergebnis je Aktie verbesserte sich um 5 Prozent auf 1,22 Euro. Die Nettoverschuldung stieg um 76 Prozent auf 5,42 Mrd. Euro.

Für 2011 wegen Nordafrika-Krise weniger Produktion erwartet
Für das Gesamtjahr 2011 rechnet OMV-Chef Gerhard Roiss wegen des Produktionsausfalls in Nordafrika und im Mittleren Osten mit einer geringeren Produktion als im Vorjahr. Im Bereich Raffinerien und Marketing (R&M) soll die Petrol Ofisi die Ergebnisse stützen. Bei Gas & Power wird der Beginn des kommerziellen Betriebs der ersten Stromprojekte für die zweite Hälfte dieses Jahres erwartet.

"Das erste Quartal 2011 erwies sich als sehr schwierig - eine starke operative Leistung war von politischen Unruhen in Nordafrika und im Mittleren Osten überschattet, was auch Einfluss auf unsere Produktion hatte", sagte Roiss laut Aussendung. "Eine meiner Hauptaufgaben in den kommenden Monaten wird es sein, die OMV-Strategie zu überdenken und sicherzustellen, dass wir so aufgesetzt sind, dass wir den maximalen Wert aus den Konzerntätigkeiten holen können."