Air Berlin bestellt statt zehn nur fünf Dreamliner

Air-Berlin wird "Niki" voll konsolidieren

Die Airline-Bosse Niki Lauda ("Niki") und Joachim Hunold (Air Berlin) sehen sich "perfekt aufgestellt" im Wettbewerb der Airlines in Europa. Laudas Airline wird gerade mit der deutschen Gesellschaft enger verzahnt. Beide orten Rückenwind für ihre Gruppe. Im Preiskampf mit der AUA glaubt Lauda auf jeden Fall, den längeren Atem zu haben. Laudas Niki Luftfahrt GmbH wird laut Hunold wie angekündigt in der Air-Berlin-Konzernbilanz voll konsolidiert.

"Wir werden voll konsolidieren, so wie wir das angekündigt haben", sagte bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Niki Lauda. Zu Fragen nach Nebenabsprachen oder einem Beherrschungsvertrag kam von Hunold ein "klares Nein". Und von Lauda: "Ich bin der klare Chef."

Das Gefüge der Zusammenarbeit und die organisatorischen und operationellen Leistungen rechtfertigen laut Air Berlin die Vollkonsolidierung. Wie weit eine Beherrschung auch ohne Mehrheit vorliegt? "Ich rede überhaupt nicht mit", sagte Hunold, er sei 49-Prozent-Gesellschafter. "Sie kennen Lauda länger als ich: Ihn zu beherrschen, ist fast unmöglich."

Lauda: "Wir beherrschen uns nicht, wir befruchten uns."

Air Berlin hat sich laut Hunold in den letzten zwei, drei Jahren schon wesentlich besser entwickelt als der Markt. 2008 wurde ein Sparprogramm gestartet, mit Konzentration auf profitable Strecken. Deshalb, so vermutet Hunold, sei Air Berlin auch von der Krise nicht so getroffen worden wie andere. Heute ist seine Gruppe die fünftgrößte Airline Europas.

Die Aufstockung bei Laudas "Niki" um ein Viertel auf 49,9 % liegt noch bei den Kartellbehörden. Angemeldet wurden vorsorglich "bis zu 100 %". Denn Lauda hat gegen Pfand auf seine 50,1 % einen 40-Millionen-Kredit vom Partner Air Berlin erhalten. Zahlt er den in drei Jahren nicht zurück, gehört "Niki" den Deutschen ganz.

Lauda ist überzeugt, dass der Preiskampf am Himmel "logischerweise" anhält. Bei der AUA bedankte er sich für die "Doppelwerbung auf allen unseren Strecken". Im ersten Quartal habe Niki 507.000 Passagiere befördert, ein Zuwachs von 19 %. "Wir sind wieder besser als im Vorjahr. Die Belebung im Markt ist eingetreten, weil die AUA Low-cost-Carrier spielt. Was sie nicht ist, wie wir alle wissen."

Wer da den längeren Atem hat, liegt für Lauda auf der Hand: "Wir haben ganz andere Kosten, da ist bei der AUA ein Riesen-Gap". Er würde sich gern anschauen, was die AUA am Ende des Jahres operativ verdient, wenn sie wirklich ihre Flugzeuge dauernd mit 59-Euro-Tickets füllen würde. Lauda ist überzeugt, "dass wir auch heuer profitabel fliegen". Dann sei auch das bereitstehende Geld nicht abzurufen.

Für 2010 und 2011 erwartet Lauda wieder satte Wachstumsraten, er sprach von 20-30 %. Heuer sind 3 Mio. Niki-Passagiere das Ziel. Air Berlin hat zuletzt 32,5 Mio. Passagiere als Ziel für 2010 genannt. Sobald am Flughafen Wien der Skylink-Terminalbau fertig ist, bekomme man den Pier-West für die Gruppe, hieß es bei der gemeinsamen Pressekonferenz von Lauda und Hunold. "Prioritär", wie der Flughafen präzisiert.

In Russland, wo die AUA nach dem Verkauf an die Lufthansa um Landerechte streitet und auch "Niki" auf weitere Rechte hofft, waren für 12. April Verhandlungen angesetzt, die von der russischen Seite verschoben wurden. Russland ist für Lauda weiter ein "dringliches" Anliegen. Er werde deshalb "seine" Regierung bitten, Verkehrsrechtsverhandlungen mit den Russen aufzunehmen, für mehr Flüge für Niki.

AUA verwundert über Lauda-Sager

Die Zänkereien zwischen der AUA und dem Airline-Boss Niki Lauda nehmen auch nach der Übernahme durch die deutsche Lufthansa kein Ende. Bei der AUA wundert man sich über die gestrige Aussage Laudas, die AUA spiele Billigflieger.

"Das ist ein Unsinn. Wir schaffen gerade konkurrenzfähige Kosten und sind damit in der Lage, konkurrenzfähige Preise anzubieten. Wir werden kein Billigflieger, wir bleiben ein Netzwerkcarrier. Und das weiß der Herr Lauda auch", sagte AUA-Sprecher Martin Hehemann. Die AUA sei aus ihrem "Dornröschenschlaf" erwacht und Lauda bemerke, dass man am Markt aktiver sei. "Das macht ihn offenbar etwas nervös", so Hehemann.