Corona lässt Börsen weltweit verrückt spielen

Kurse brechen ein

Corona lässt Börsen weltweit verrückt spielen

Auch Österreich betroffen: ATX bricht um 3,2 Prozent ein

Die Wiener Börse ist am Montagvormittag schwer unter Druck geraten. Der Leitindex ATX brach gegen 9.45 Uhr um 3,35 Prozent auf 3.043,92 Punkte ein. Das europäische Börsenumfeld tendierte ebenfalls im tiefroten Bereich.
 
Der Euro-Stoxx-50 lag 3,10 Prozent im Minus, der deutsche Leitindex DAX gab um 3,30 Prozent nach. Chinas Präsident Xi Jinping hat in der Nacht auf Montag seine Landsleute auf einen wirtschaftlichen Rückschlag angesichts der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus eingestellt. Außerdem hat der Internationale Währungsfonds (IWF) nun seine Wachstumsprognose für China gesenkt.
 
Video zum Thema: Coronavirus könnte Konjunktur dämpfen
 

Coronavirus

In Europa war am Vorabend der Personenverkehr zwischen Österreich und Italien über die Brennergrenze einige Stunden eingestellt worden. Hintergrund war der Verdacht auf zwei Fälle von Coronavirus in einem Zug von Venedig nach München, der sich jedoch nicht bestätigte.
 
Im ATX rutschten die Aktien des Luftfahrtzulieferers FACC mit einem Minus von über sechs Prozent ans Indexende ab. Titel mit Bezug zur Luftfahrtbranche zeigten sich europaweit schwach, da diese vom Coronavirus besonders betroffen sein dürfte. Die Anteilsscheine der AT&S lagen knapp fünf Prozent im Minus. Der Leiterplattenhersteller hat drei Werke in China.

voestalpine verliert 5%

Unter den weiteren größten Verlierern waren vor allem Werte aus konjunktursensibleren Branchen wie voestalpine (minus 5,17 Prozent auf 21,26 Euro) und Porr (minus 4,01 Prozent auf 16,26 Euro). Bei den Bankaktien verloren die Raiffeisen-Titel 4,16 Prozent auf 20,75 Euro und die Anteilsscheine der Erste Group 3,76 Prozent auf 33,26 Euro.
 
Kursgewinner gab es im ATX keine. Mit CA Immo lag selbst der Wert, der sich noch am besten hielt, über ein Prozent im Minus. Die Titel des Immobilienkonzerns verloren 1,22 Prozent auf 40,50 Euro.
 
Der ATX Prime notierte bei 1.538,69 Zählern und damit um 3,30 Prozent oder 52,44 Punkte tiefer. Im prime market zeigten sich sämtliche 38 Titel mit tieferen Kursen. Bis 9.45 Uhr wurden im prime market insgesamt 1.144.196 (Vortag: 488.447) Stück Aktien in Einfachzählung mit einem Kurswert von 25,744 (13,56) Mio. Euro (Doppelzählung) gehandelt.
 

Kurseinbruch an der Börse Mailand

Der Coronavirus-Ausbruch in Norditalien hat eine Flucht aus italienischen Wertpapieren ausgelöst. Der Leitindex der Mailänder Börse rutschte am Montag in der Früh um 4,3 Prozent ab und steuerte auf den größten Tagesverlust seit dreieinhalb Jahren zu. Auch an anderen europäischen Börsen, darunter Wien, ging es bergab. Auf Talfahrt war auch die Börse in Seoul, während Shanghai nur knapp im Minus war.
 
Italienische Staatsanleihen flogen aus den Depots. Dies trieb die Rendite der zehnjährigen auf 1,002 Prozent. Von Rückgängen betroffen war zu Handelsbeginn unter anderem die Aktie der Bank-Austria-Mutter UniCredit mit einem Rückgang von vier Prozent. Auch der Konkurrent Intesa Sanpaolo verzeichnete einen Kurseinbruch von 4,6 Prozent. Bei Pirelli betrug das Minus 7,6 Prozent.
 
Die Regierung in Rom riegelte nach ersten Todesfällen im Land mehrere norditalienische Ortschaften ab. "Das Letzte, war Europa jetzt gebrauchen kann, ist eine weitere Störung der Wirtschaft", warnte Anlagestratege Michael Hewson vom Brokerhaus CMC Markets. "Unglücklicherweise scheinen sich die Ereignisse dahingehend zu entwickeln."