Almunia erwartet Konjunktur-Umschwung Mitte 2010

Die Wirtschaft in Europa wird nach Worten von EU-Wirtschaftskommissar Joaquin Almunia noch einige Quartale schrumpfen. Doch befinde sich die Wirtschaft zumindest nicht mehr im freien Fall, sagte Almunia am Montag bei einer Veranstaltung in Madrid. Die EU-Staaten müssten ihre Programme zur Belebung der Konjunktur jetzt umsetzen und dürften zusätzliche Maßnahmen dazu nicht ausschließen.

Nach der im Mai vorgelegten Frühjahrsprognose der EU-Kommission wird die schwerste Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg die Wirtschaft noch bis Mitte 2010 im Griff behalten. Für die EU und die Euro-Zone sagt die Kommission ein Schrumpfen des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 4,0 Prozent im Jahr 2009 vorher. Für das Gesamtjahr 2010 lautet die Frühjahrsprognose minus 0,1 Prozent. Nach einigen positiven Konjunkturdaten erwarten einige Ökonomen, dass die Wende schon Anfang nächsten Jahres einsetzen könnte.

Almunia warnte vor einem deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit im Zuge der Krise. Es müsse verhindert werden, dass diese ein Dauerzustand werde. Der Kommissar hatte sich schon früher dafür ausgesprochen, die bereits Hunderte Milliarden Euro schweren staatlichen Konjunkturprogramme noch aufzustocken. Doch die EU-Staats- und Regierungschefs befanden bei ihrem Gipfel in Brüssel kürzlich, dass die beschlossenen Impulse ausreichen.