Opel-Chef stellte sich Fragen der Belegschaft

Annäherung zwischen GM und Opelanern

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Nach einer heftigen Auseinandersetzung über die Zukunft von Opel schlagen die Opel-Mutter General Motors und die Beschäftigten des Autobauers nun einen versöhnlicheren Kurs ein. Während der von GM entsandte Opel-Sanierer Nick Reilly am Freitag Abstand vom geplanten Stellenabbau im Entwicklungszentrum Rüsselsheim nahm, signalisierte Betriebsratschef Klaus Franz Bereitschaft für Lohnzugeständnisse.

Beide hatten auf einer Betriebsversammlung am Opel-Stammsitz vor etwa 9.000 Beschäftigten gesprochen und waren danach gemeinsam vor die Presse getreten. Bis vor kurzem hatten sich Reilly und Franz noch einen öffentlichen Kampf geliefert und gemeinsame Auftritte gemieden. Noch vergangene Woche hatte der Franz dem Management eine chaotische Unternehmensführung vorgeworfen und mit rechtlichen Schritten gedroht. Nun scheinen beide ihr Kriegsbeil begraben zu haben: Wenn es um die Zukunft von Opel gehe, hänge sehr viel an der Person von Nick Reilly, sagte Franz.

Laut Franz würden die Opel-Mitarbeiter in Europa auch für GM den Sparbeitrag von 265 Mio. Euro jährlich zu Sanierung leisten, der bei einer Übernahme durch den Zulieferer Magna vorgesehen war. Andererseits sei die angekündigte Streichung von 548 Ingenieursstellen im Entwicklungszentrum in Rüsselsheim vom Tisch.

Franz erklärte, zwischen dem Betriebsrat und der Investorengruppe um den österreichisch-kanadischen Autozulieferer Magna sei eine Vereinbarung bereits fertig ausgehandelt gewesen. "Weil General Motors uns jetzt nicht an dieses Konsortium verkauft hat, werden wir trotzdem unsere Arbeitnehmerbeiträge leisten, auch gegenüber General Motors", erklärte Franz. Das aktuelle Restrukturierungskonzept sieht vor, dass allein aus Deutschland 176,8 Mio. der 265 Mio. Euro kommen sollen.

Reilly, der zunächst nur vorübergehend als GM-Europa-Chef eingesetzt wurde, bleibt übrigens auf diesem Posten. Der 59-Jährige wurde zum neuen Präsidenten von GM Europe ernannt und ist damit auch künftig für Opel und die Schwestermarke Vauxhall verantwortlich.

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