Presiverfall bei Milch- und Milchprodukten

Auch Lebensmittelexporte knickten 2009 ein

Auch die bisher erfolgsverwöhnten österreichischen Lebensmittelexporteure haben die Wirtschaftskrise zu spüren bekommen: Der Wert der agrarischen Ausfuhren ist 2009 um 10,4 Prozent auf 7,13 Mrd. Euro gefallen. Hauptauslöser waren die verfallenden Rohstoffpreise, im besonderen die niedrigen Milchpreise. Für 2010 zeigte sich die AMA (Agrarmarkt Austria) aber optmistisch.

Außer dass 7,5 Prozent mehr Menge verkauft worden ist, sei man speziell bei den Ausfuhren von Rindfleisch und Fleischprodukten erfolgreich gewesen, berichtete AMA-Marketing-Geschäftsführer Mikinovic: "Wenn's um die Wurscht geht, hat Österreich die Nase vorn." Die sogenannten Fleischzubereitungen befanden sich unter den wenigen Gütern, mit denen nicht nur absolut mehr Euro, sondern auch höhere Preise erzielt werden konnten.

Bei den Lieferungen von Milch- und Milchprodukten nach Deutschland brachen die Preise dagegen um mehr als 20 Prozent ein. Das Exportgeschäft mit dem nördlichen Nachbarn hat auch bei den Agrargütern eine dominante Stellung (33,6 Prozent Anteil). Wertmäßig wurden auch hier 7,8 Prozent verloren. Die Zahlen der AMA beruhen auf den ersten drei Quartalen, die auf das gesamte Jahr 2008 hochgerechnet wurden.

Trotz des starken Einbruchs ist die Branche aber noch relativ glimpflich davon gekommen: Die Gesamtexporte der Alpenrepublik sackten 2009 nämlich um gut 20 Prozent ab - offizielle Zahlen liegen noch nicht vor. Der Preisverfall hat nicht nur die Lebensmittelindustrie Umsatz gekostet, sondern auch die bäuerlichen Einkommen schwer unter Druck gebracht - nach Rechnung des EU-Statistikamts Eurostat mehr als 20 Prozent.