788 Betriebe haben Insolvenz angemeldet

Pleitewelle bei Autohändlern nach Abwrackprämie

Ungeachtet des durch die Abwrackprämie hervorgerufenen Umsatzbooms sind die Händlerinsolvenzen in Deutschland dramatisch gestiegen.

Von Jänner bis Juli 2009 hätten insgesamt 788 Kfz-Handels- und Servicebetriebe Insolvenz angemeldet, das seien 22 % mehr als im Vorjahreszeitraum, berichtet die "Automobilwoche" unter Berufung auf Angaben des Statistischen Bundesamts.

Davon betroffen waren neben zahlreichen kleineren Unternehmen auch große Firmen wie Buchner + Linse in München oder die Kroymans-Gruppe. Laut Arne Joswig vom ZDK-Landesverband Schleswig-Holstein hätten vor allem Großbanken die Kreditlinien gekürzt: "Das Hauptproblem der Betriebe ist die Refinanzierung."

Zur Verschärfung der Situation trage zudem auch die schleppende Auszahlung der Abwrackprämie durch das zuständige Bundesamt bei. Viele Händler streckten ihren Kunden die 2.500 Euro vor, große Autohäuser gingen teilweise mit über einer Million Euro für mehrere Monate in Vorleistung.

Auch heimische Betriebe gefährdet

Die Pleitewelle bei den deutschen Autohändlern verheißt für die österreichische Branche nichts Gutes, sagte Gustav Oberwallner, Obmann des Fahrzeughandels in der Wirtschaftskammer Österreich, in einer Aussendung. Sinkende Spannen und steigende Betriebskosten würden "die zumeist dünne Eigenkapitalausstattung betroffener Kfz-Betriebe" belasten. Im Fall restriktiver Kreditvergaben sei dies "einer der Hauptursachen für die Existenzgefährdung unserer Betriebe" und auch in jenen der EU-Nachbarstaaten.

Dass die Händler unter Druck kommen, hat Alfred Stadler, Vorstand der Wolfgang Denzel Holding AG, bereits Anfang August kommen sehen. Insbesondere mittelgroße Händler seien betroffen, sagte er damals.

In Deutschland haben zwischen Jänner und Juli 2009 788 Kfz-Handels- und Servicebetriebe Insolvenz angemeldet, das sind 22 % mehr als vor einem Jahr, berichtet die "Automobilwoche". Für Österreich gebe "es noch keine schlechten Nachrichten", sagte Oberwallner. Zurückzuführen sei dies auf "andere Strukturen". Hierzulande gebe es große Player", die heimischen Kleinbetriebe seien flexibler und es gebe auch "geografische Vorteile", so Oberwallner.