Alles wartet auf den 23. Juli

Ruhe vor dem Sturm bei Porsche und VW

Kurz vor den entscheidenden Aufsichtsratssitzungen zur Zukunft von Porsche und VW haben die Kontrahenten am Dienstag (21. Juli) auf weitere öffentliche Störmanöver verzichtet. Ein Porsche-Sprecher verwies lediglich auf die Treffen an diesem Donnerstag (23. Juli). Bei den Sitzungen würden mehrere Vorschläge auf der Tagesordnung stehen. Der Ausgang sei offen. Auch die von Porsche- Betriebsratschef Uwe Hück angekündigten Massenproteste blieben bisher aus. "Davon ist uns derzeit nichts bekannt", sagte der Sprecher.

Die Kontrollgremien von Porsche und VW kommen zu getrennten Sitzungen in Stuttgart und im nahe gelegenen Weissach zusammen. Erwartet wird zwar noch keine abschließende, aber eine Grundsatzvereinbarung zur Zukunft der beiden Autobauer. Nach dem Plan, auf den sich die Eignerfamilien angeblich geeinigt haben sollen, soll Europas größter Autohersteller die Porsche AG in zwei Schritten komplett übernehmen und in den Wolfsburger Konzern eingliedern.

Die abschließende Entscheidung bei Porsche soll aber voraussichtlich erst in einer erneuten Aufsichtsratssitzung eine Woche später am 29. Juli fallen.

Der Sportwagenbauer soll nach den Plänen als zehnte Marke eigenständig weitergeführt werden. Mit dem Erlös soll die Porsche SE ihre Schulden weitgehend tilgen können. Porsche hatte sich mit der geplanten Übernahme von VW verhoben und sitzt auf rund zehn Milliarden Schulden. An dem vereinten VW-Porsche-Konzern sollen die Familien Porsche und Piëch zu über 50 Prozent beteiligt sein, das Land Niedersachsen mit 20 und das Emirat Katar mit bis zu 19,9 Prozent.