Der japanische Autobauer steht unter Druck

Toyota befürchtet Absatz-Rückgang

Wegen des beispiellosen Rückrufs von Millionen Fahrzeugen macht sich der japanische Autohersteller Toyota auf schlechtere Geschäfte gefasst. Der weltweite Branchenprimus könnte gezwungen sein, seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2010 herunterzuschrauben. Der Rückruf habe wohl schon im Jänner Spuren hinterlassen, erklärte der für Qualität zuständige Toyota-Vice-President, Shinichi Sasaki.

Der japanische Autobauer hat mittlerweile rund 8,1 Mio. Fahrzeuge in die Werkstätten bestellt, weil Probleme mit unkontrollierter Beschleunigung drohen. Am Dienstag wurden die US-Absatzzahlen der Branche für Jänner erwartet; Experten rechneten bei Toyota mit einem deutlichen Rückgang. "Wir machen uns große Sorgen um die Absatzprognose", sagte Sasaki weiter und verwies auf die Vorlage der Quartalszahlen am Donnerstag. Bisher war Toyota für 2010 von einem weltweiten Umsatzplus von sechs Prozent ausgegangen.

Es war das erste Mal, dass sich die japanische Konzernzentrale offiziell zu den Auswirkungen des Rückrufs äußerte. Toyota-Manager Sasaki war allein vor die mehr als 100 Journalisten getreten. Analysten kritisierten die Reaktion der Konzernzentrale. "Ich habe Toyota noch nie so erlebt", sagte Koji Endo von Advanced Research Japan. "Bisher haben sie immer umgehend auf Probleme reagiert."

Toyota ruft weltweit 5,75 Mio. Fahrzeuge zurück, weil sich Fußmatten lösen und ins Gaspedal rutschen könnten. In einem zweiten Rückruf geht es laut Toyota bei 4,45 Mio. Autos um fehlerhafte Gaspedale. Analysten schätzen, dass sich die Kosten für den Rückruf und den Produktionsstopp in Nordamerika auf 1,1 bis 2,2 Mrd. Dollar (1,58 Mrd. Euro) belaufen könnten. Ungewiss waren noch die indirekten Kosten wie für drohende Gerichtsverfahren. Nach ersten Anzeigen wird mit einer Klagewelle gegen Toyota und den Zulieferer CTS gerechnet.