Online-banken zahlen höhere Zinsen

OeNB kritisiert

Banken zahlen deutlich weniger Zinsen

Für ein bis zwei Jahre Bindung nur mehr 1,38 Prozent Zinsen.

In Österreich tätige Banken haben im zweiten Quartal bei neu vergebenen Spareinlagen deutlich weniger Zinsen gezahlt als im Vorquartal. Österreichische Sparer müssen sich auch mit deutlich weniger Zinsen als der Durchschnittskunde im Euroraum begnügen. Am stärksten betroffen waren Einlagen mit längeren Laufzeiten. Bei Bindungsfristen von ein bis zwei Jahren sanken die Sparzinsen im Schnitt um 0,31 Prozentpunkte auf 1,38 Prozent, bei Fristen von über zwei Jahren um 0,20 Prozentpunkte auf 1,98 Prozent, teilte die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) am Donnerstag mit.

Weniger als im Euroraum
Die österreichischen Sparer erhielten somit auch deutlich niedrigere Sparzinsen als der Durchschnittskunde im Euroraum, wo von den Kreditinstituten für ein bis zwei Jahre 2,10 Prozent und für darüber hinausgehende Bindungsfristen 2,48 Prozent bezahlt werden.

Sehr groß ist mittlerweile auch die Zinsdifferenz zum Euroraum im kurzfristigen Bereich. Bei einer Bindungsfrist von unter einem Jahr lag der Durchschnittszinssatz in Österreich knapp unter 1,0 Prozent, im Euroraum bei 2,15 Prozent mehr als doppelt so hoch.

Kreditzinsen
Auch die Kreditzinsen für Haushalte entwickelten sich im zweiten Quartal rückläufig. Konsum- bzw. Wohnbaukredite sanken um 0,21 Prozentpunkte auf 4,53 Prozent bzw. um 0,12 Prozentpunkte auf 2,67 Prozent. Damit konnten sich österreichische Haushalte weiterhin wesentlich günstiger refinanzieren als der durchschnittliche Haushalt im Euroraum (6,38 Prozent bzw. 3,30 Prozent). Beim aushaftenden Gesamtbestand sanken die Zinsen im Schnitt um 0,23 Prozentpunkte auf 4,29 Prozent, im Euroraum hingegen nur um 0,04 Prozentpunkte auf 5,95 Prozent.

Bei den Unternehmenskrediten waren kaum Veränderungen zu beobachten. Die Zinssätze blieben mit 2,38 Prozent (bis 1 Million Euro) bzw. 1,79 Prozent (über 1 Million Euro) aber weiterhin deutlich unter den Vergleichswerten des Euroraums (3,37 Prozent bzw. 2,26 Prozent), was sich jedenfalls positiv auf das das heimische Wirtschaftswachstum auswirken sollte, so die Nationalbank. Der aushaftende Gesamtbestand ist mit durchschnittlich 2,67 Prozent verzinst, gegenüber 3,27 Prozent im Euroraum.