Credit Suisse holt ehemaligen Bankenaufseher

Die Schweizer Großbank Credit Suisse signalisiert mit der Berufung eines ehemaligen Bankenaufsehers, dass sie es ernst meint mit dem Abschied vom Schwarzgeld. Der frühere Chefjurist der Schweizer Bankenaufsicht FINMA, Urs Zulauf, übernimmt im nächsten Jahr die Verantwortung für den Bereich Steuerpolitik gegenüber Kunden, wie die Bank am Montag mitteilte.

"Die Credit Suisse hat ihre globale Geschäftspolitik im Private Banking klar auf versteuerte Kundenvermögen ausgerichtet", erklärte die zweitgrößte Schweizer Bank weiter. Der 56 Jahre alte Zulauf war bis Jänner Mitglied der FINMA-Geschäftsleitung und warnte wie andere führende Vertreter der Behörde bereits 2010 vor Risiken im Vermögensverwaltungsgeschäft mit ausländischen Kunden. Schweizer Banken könnten sich auch dann im Ausland strafbar machen, wenn sie ihre Beratungstätigkeit nur in der Schweiz ausüben, die Kunden in ihrem Heimatland aber Steuern hinterziehen, sagte Zulauf im Herbst 2010 in Genf.

Derzeit laufen in den USA Ermittlungsverfahren wegen Beihilfe zu Steuerhinterziehung gegen rund ein Dutzend Schweizer Banken. Die Untersuchungen, die weiter zurückreichen als 2010, richten sich auch gegen Credit Suisse. Weitere schätzungsweise 80 Banken dürften ins Visier der Amerikaner geraten. Darunter sind vor allem kleinere Geldhäuser, die keine Filialen in den USA hatten und sich deswegen vor des US-Behörden sicher wähnten. Zulauf wird dem Chefjuristen Romeo Cerutti und dem Co-Chef des Vermögensverwaltungsgeschäfts Ulrich Meister unterstellt.

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