dayli-Ende: Jetzt klagt Haberleitner

Rosenkrieg

dayli-Ende: Jetzt klagt Haberleitner

 Am Montag bewilligte der Gläubigerausschuss die Schließung des Unternehmens.

Nach der heute, Montag, genehmigten Schließung der Drogeriekette dayli fliegen nun die Fetzen zwischen Ex-Eigentümer Rudolf Haberleitner und Neo-Eigentümer Martin Zieger. Wie Zieger Montagabend vor Journalisten verkündete, hat ihn Haberleitner auf Herausgabe der Anteile geklagt. Begründung: Zieger habe bei der Übernahme von dayli nur eine Treuhandschaft innegehabt. Stimmt nicht, sagt Zieger: "Es gibt keinen Treuhandvertrag."

   Der Streit unter dem Alt- und dem Neueigentümer - Haberleitner hatte die Firma um einen Euro an Zieger verkauft und blieb Geschäftsführer, bis er von Zieger Mitte Juli abberufen wurde - tobte laut Zieger schon länger hinter den Kulissen. Den ersten Höhepunkt habe es gegeben, als Haberleitner zwei Wochen nach dem Verkauf an Zieger dies noch immer nicht ins Firmenbuch eintragen habe lassen - wodurch die Firma blockiert gewesen sei.

   Bei der Investorensuche habe sich dann laut Zieger herausgestellt, dass sich kein Investor finden lasse, solange Haberleitner im Unternehmen mitzureden habe. Daraufhin habe er ihn als Geschäftsführer abgesetzt, das Dienstverhältnis blieb aber aufrecht, da dieses nur der Masseverwalter habe beenden können.

   Nach der Kündigung habe Haberleitner behauptet, dass die Anteile an dayli ohnehin beim deutschen Masseverwalter der Vorgängerfirma Schlecker verpfändet seien, was sich im Nachhinein als falsch herausgestellt haben soll.

   Zieger hofft weiterhin, dass das Unternehmen aus der Pleite heraus Investoren finde. Von den benötigten 40 Mio. Euro habe man zumindest die Hälfte auftreiben können, versichert er.

   Die jüngste Behauptung von Haberleitner, wonach nicht ihm, sondern Zieger die eine Million in Italien gestohlen wurde, mit der man auf Investorensuche war, erzürnt Zieger: "Das ist eine Lüge." Er sei physisch bei der Geldübergabe gar nicht anwesend gewesen und habe Haberleitner immer davon abgeraten, mit einer Million in bar nach Italien zu fahren.

   Ob er rechtliche Schritte gegen Haberleitner einleite, ließ Zieger offen; nun gelte es einmal, das Schlafdefizit der letzten Wochen abzubauen. Einen ausdrücklichen Dank gab es an die dayli-Mitarbeiter - diese hätten selbst unter schwierigsten Bedingungen unglaubliches Engagement gezeigt.

   Haberleitner relativierte Montagabend auf APA-Anfrage seine eigene Klage. Nach der heute vom Gläubigerausschuss und Landesgericht Linz genehmigten Schließung habe die Klage "keine Bedeutung mehr". Er sei nicht an einem Rechtsstreit mit Zieger interessiert, sagte er. Haberleitner legt aber Wert auf die Feststellung, dass die Drogeriemarktkette Zieger nur juristisch, aber nie faktisch gehört habe. "Es gibt eine Treuhandvereinbarung, einen Notariatsakt darüber sowie Zeugen." Er habe ihm nur zugesichert, dass Zieger die Anteile an Investoren weitergeben kann. Bei der Eintragung ins Firmenbuch habe er "gar nichts" verzögert.