Deutsche AKW-Konzerne müssen wegen Atom-Moratorium neu kalkulieren

Die deutschen Atomkraftwerksbetreiber müssen wegen der ungewissen Zukunft ihrer Meiler binnen weniger Monate erneut ihre Gewinnaussichten durchrechnen. RWE-Chef Jürgen Großmann kündigte an, die Mittelfristziele zu überprüfen.

Nach dem im März beschlossenen Atom-Moratorium der deutschen Bundesregierung hätten sich die "Berechnungsgrundlagen und die Gewichtungen in der Branche verschoben", zitierte die "Börsen-Zeitung" Großmann.

Das Ergebnis ist allerdings offen. Den Einbußen durch den Stillstand der alten AKW stehen mittelfristig höhere Erträge durch den nach dem Atom-Moratorium gestiegenen Strom-Großhandelspreis gegenüber.

Die deutsche Bundesregierung hatte erst im Herbst mit der ab heuer geltenden Brennelementesteuer die AKW-Betreiber zu neuen Berechnungen gezwungen. Die Energiekonzerne RWE und E.ON erwarten angesichts der Milliardenbelastungen durch die Atomsteuer in den kommenden Jahren schrumpfende Gewinne. Die Konzerne steuern zum Teil mit Verkäufen von Unternehmensteilen gegen.