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RWE-Aufsichtsrat

Schüssel will im Atomkonzern bleiben

Auf der Hauptversammlung wird sein fünfjähriges Mandat wohl bestätigt.

Der ehemalige Bundeskanzler und jetzige ÖVP-Nationalratsabgeordnete Wolfgang Schüssel will im Aufsichtsrat des großen deutschen Energiekonzerns und Atomkraftwerksbetreibers RWE bleiben. Auf der Hauptversammlung Mitte kommender Woche (20. April) in Essen wird sein fünfjähriges Mandat voraussichtlich bestätigt. Jedenfalls steht er auf der Vorschlagsliste zur Wahl in das Gremium, wie Unternehmenssprecherin Annett Urbaczka am Mittwoch bestätigte. Wegen seiner Tätigkeit als RWE-Aufsichtsrat, die er seit 1. März 2010 ausübt, geriet Schüssel nach der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima ins Kreuzfeuer der Kritik.

AKW-Betreiber
Die österreichische Bundesregierung fährt einen strikten Anti-Atomkurs und ist sich einig, international als Atomenergiegegner aufzutreten. Die RWE wiederum ist als einer der größten AKW-Betreiber in Deutschland naturgemäß ein starker Befürworter der Atomkraft - sie hat beispielsweise beim Hessischen Verwaltungsgerichtshof in Kassel Klage gegen das AKW-Moratorium der Berliner Regierung eingelegt. Der Konzern ist der Auffassung, für das Moratorium gebe es keine rechtliche Grundlage. Kritiker werfen Schüssel Atom-Lobbyismus vor und meinen, er solle aus dem Vorstand des RWE-Konzerns in Deutschland ausscheiden oder sein Nationalratsmandat in Österreich niederlegen.

2010 hatte Schüssel für seine zehnmonatige Tätigkeit als RWE-Aufsichtsrat - zusätzlich zu seinem Politikergehalt - eine feste Grundvergütung in Höhe von 34.000 Euro erhalten; hinzu kamen variable Bezüge im Ausmaß von 64.000 Euro - macht in Summe 98.000 Euro, wie aus dem Geschäftsbericht des Atomkraftwerksbetreibers hervorgeht.

Vergütung
Die Vergütung des RWE-Aufsichtsrats ist per Satzung geregelt und wird durch die Hauptversammlung bestimmt. Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten nach Ablauf des jeweiligen Geschäftsjahres für ihre Tätigkeit eine Festvergütung von 40.000 jährlich. Die Vergütung erhöht sich um 225 Euro je 0,01 Euro Gewinnanteil, der über einen Gewinnanteil von 0,10 Euro je Stammaktie hinaus ausgeschüttet wird.

Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält das Dreifache, sein Stellvertreter das Zweifache des oben genannten Betrags. Ausschussmitglieder erhalten das Eineinhalbfache, Vorsitzende von Ausschüssen das Zweifache, sofern die Ausschüsse mindestens einmal im Geschäftsjahr tätig geworden sind. Übt ein Mitglied des Aufsichtsrats zur gleichen Zeit mehrere Ämter im Aufsichtsrat der RWE AG aus, erhält es nur die Bezüge für das am höchsten vergütete Amt. Auslagen werden erstattet.

Vorstand und Aufsichtsrat der RWE AG haben am 22. Februar 2011 beschlossen, der Hauptversammlung am 20. April 2011 vorzuschlagen, für das Geschäftsjahr 2010 eine Dividende in Höhe von 3,50 Euro je dividendenberechtigter Stückaktie auszuschütten. Für 2009 war die Ausschüttung gegenüber dem Jahr davor von 4,50 auf 3,50 Euro je Anteilsschein gesenkt worden.

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