Deutsche wollen Wienwert AG kaufen

Wienwert AG

Deutsche wollen Wienwert AG kaufen

Letter of Interest und Finanzierungsbestätigung für Tochter der insolventen WW Holding übermittelt.

Die Verhandlungen mit potenziellen Käufern für die Immobiliengesellschaft Wienwert AG, die Tochter der insolventen WW Holding, laufen unter Hochdruck. Das Interesse eines deutschen Investors hat sich zum Wochenende konkretisiert. Dieser habe dem Aufsichtsrat und dem Vorstand der Wienwert einen "Letter of Interest" und eine Finanzierungsbestätigung übermittelt, schreibt das Immo-Portal "immoflash".
 
"Wir haben einen LoI (Letter of Interest, Anm.) und die Finanzierungsbestätigung abgegeben. An den Masseverwalter wurde ein Brief geschrieben, um das Interesse zu bekunden", sagte der Anwalt der Wienwert-Gründer Wolfgang Sedelmayer und Nikos Bakir, Stefan Prochaska, zu dem Branchendienst. Dem Vernehmen nach soll es sich um "eine bonitätsstarke Gesellschaft" handeln.
 

Vorkaufsrecht könnte im Weg stehen

Dem Deal im Weg stehen könnte dem Immobilienportal zufolge noch das Vorkaufsrecht der Bundespensionskassen, das im Falle eines Kontrollwechsels schlagend würde. Weiters beinhalteten auch die Anleihen der Wienwert AG eine "Change of Control"-Klausel. Die Aktionäre der WW Holding, Bakir und Sedelmayer sowie Vorstand Stefan Gruze hielten außerdem jeweils eine Aktie an der Tochtergesellschaft.
 
Die Gesamtpassiva der insolventen WW Holding AG belaufen sich - einschließlich besicherter Gläubigerforderungen - auf 55,4 Mio. Euro. Darunter sind laut Insolvenzantrag von vergangener Woche Verbindlichkeiten in Höhe von 34,4 Mio. Euro gegenüber rund 900 Anleihegläubigern enthalten, denen ein Totalverlust droht.
 
Die Aktiva der Wienwert-Muttergesellschaft wurden den Gläubigerschutzverbänden KSV1870, AKV (Alpenländischem Kreditorenverband) und Creditreform zufolge mit 18,8 Mio. Euro angegeben, wobei darin als größte Position die Beteiligung an der Wienwert AG mit 9,8 Mio. Euro aufscheint.
 
Wie viel die Wienwert AG tatsächlich wert ist, soll der Verkauf der Tochtergesellschaft zeigen. Die WW Holding hält 99,99 Prozent der Aktien an der Wienwert AG. Zuletzt hatte es geheißen, ein deutscher Investor sei bereit, die Sanierung zu finanzieren und dafür zunächst 8 Mio. Euro bereitzustellen.
 
Von der Pleite der WW Holding sind hauptsächlich rund 900 Anleihenzeichner betroffen. Das sind laut KSV1870 die Gläubiger der 14 Anleihen, die nicht über die Börse gehandelt werden. Die Holding beschäftigt keine Mitarbeiter.