Telecom Italia hat 35,5 Mrd. Euro Schulden

Telekom-Business

Telecom Italia verschärft den Sparkurs

Nach einem kräftigen Gewinnrückgang im vergangenen Jahr will Telecom Italia mit einem verschärften Sparprogramm den Schuldenabbau vorantreiben. Ziel sei es, den Berg der Nettoverbindlichkeiten von derzeit 34 Mrd. Euro bis Ende 2012 um rund ein Fünftel auf unter 28 Mrd. Euro zu senken, sagte Vorstandschef Franco Bernabe bei der Vorlage der Bilanz für 2009, die wegen der Betrugsaffäre bei der Tochter Sparkle mehrfach verschoben wurde.

Dazu beitragen sollen Einsparungen über 2,7 Mrd. Euro bis 2012. Italiens führender Telekommunikationskonzern verabschiedete sich zugleich von seinem mittelfristigen Wachstumsziel. Für dieses Jahr rechnet Telecom Italia mit einem Umsatzrückgang von bis zu 3 %.

Die Korrektur der Prognose fiel allerdings nicht so stark aus wie am Markt befürchtet. Zudem hielt das Unternehmen an seiner Dividendenzahlung fest. Die Telecom-Italia-Aktien gehörten daher mit einem Aufschlag von 1,3 % zu den größten Gewinnern an der Mailänder Börse.

Mit dem Abbau der Schulden will sich Telecom Italia Raum für Investitionen schaffen. Ein Drittel des Einsparungsziels sei bereits im vergangenen Jahr erreicht worden, vor allem über Stellenstreichungen, erklärte Telecom Italia. Den Rotstift will der Konzern nun überwiegend im Marketing und im Bereich Informationstechnologie ansetzen. In einer Firma wie Telecom Italia gebe es immer Spielraum für Einsparungen, sagte Bernabe.

Das Unternehmen wird von der spanischen O2-Mutter Telefonica und einer Gruppe italienischer Investoren kontrolliert. Im vergangenen Jahr machten dem Konzern vor allem schwache Geschäfte auf dem Heimatmarkt zu schaffen. Der Umsatz in der Mobilfunksparte in Italien halbierte sich 2009. Zusammen mit Abschreibungen führte dies zu einem Rückgang des Nettogewinns um 27 % auf 1,6 Mrd. Euro. Der Umsatz sank um 6 % auf 27,2 Mrd. Euro.

Die Betrugsaffäre bei der Tochter Sparkle könnte Telecom Italia allerdings teuer zu stehen kommen. Das Unternehmen stellt 507 Mio. Euro für etwaige Zahlungen im Zusammenhang mit der Service-Tochter zurück. Der Gewinn im abgelaufenen Jahr sei dadurch aber lediglich um 10 Mio. Euro geschmälert worden. Wegen des Skandals um Sparkle musste der Konzern die Vorlage des Jahresabschlusses zweimal verschieben.