DiTech-Rettung endgültig gescheitert

Abverkauf startet

DiTech-Rettung endgültig gescheitert

Insolvenzverwalter beantragte Schließung - Abverkauf startet sofort.

Der Computerhändler DiTech hat die Sanierung nicht geschafft, ein Investor konnte nicht gefunden werden. Zum Fortbetrieb wären rund 9 Mio. Euro notwendig gewesen, sagte Insolvenzverwalter Günther Hödl am Donnerstag. Das Unternehmen wird deshalb liquidiert. "Der Abverkauf des Lagers folgt ab sofort, die Filialen werden sukzessive geschlossen", so Hödl. 250 Beschäftigte verlieren ihren Job.

Kein Investor
DiTech verhandelte nach eigenen Angaben mit einer österreichischen Investorengruppe. Um den Namen wurde jedoch ein großes Geheimnis gemacht, selbst Masseverwalter Hödl weiß nicht, wer Teil des Konsortiums war. Die Skepsis ob des vermeintlichen Retters war deshalb in der Branche groß.

Abverkauf
DiTech verfügt in Österreich über 22 Filialen, einige davon seien bereits vergangene Woche geschlossen worden, so Hödl. Da das Unternehmen praktisch über kein Vermögen verfügt, rechnet der Masseverwalter mit einer "sehr geringen Quote". Die im Sanierungsverfahren angebotenen 20 Prozent würden "mit Sicherheit nicht erreicht".

Passiva von 30 Mio. Euro stehen Aktiva von 16 Mio. Euro gegenüber. Die Filialen sind angemietet, die Geschäftsausstattung großteils geleast. Der Warenlagerbestand beläuft sich laut Hödl auf 2 bis 2,5 Mio. Euro. Die für Mitte Mai angesetzte Tagsatzung findet statt, da hier die Forderungen geprüft werden. Die Sanierungsplantagsatzung hingegen ist nun hinfällig.

DiTech wird ab sofort mit dem Abverkauf starten. "Vor einigen Tagen hatten wir noch 4.000 Produkte auf Lager", sagte Sprecher Maria Gündl am Donnerstag. Die 22 Filialen sollen nach und nach geschlossen werden. Die Standorte in Salzburg, Villach, Kapfenberg und Liezen haben bereits geschlossen bzw. befinden sich in Schließung.

Viele Kunden werden durch die Finger schauen
Kunden, die bei DiTech eine Anzahlung geleistet haben oder einen Gutschein zu Hause haben, werden wohl durch die Finger schauen, vermutet man beim Verein für Konsumenteninformation (VKI).

Die Kosten für eine Forderungsanmeldung bei Gericht sind in vielen Fällen höher als die Quote. "Unter der Annahme, dass die Quote 5 Prozent beträgt, würde sich eine Forderungsanmeldung nicht einmal bei einer geleisteten Anzahlung von 100 Euro rechnen", so VKI-Juristin Ulrike Wolf. Die Anmeldung bei Gericht kostet 22 Euro.

DiTech-Chef und -Gründer Damian Izdebski ist derzeit auf Tauchstation. Was er und seine Frau, die das Unternehmen mitgegründet hat, nun vorhaben, darüber machte Gündl keine Angaben.
 

© APA