Preise stabil

E-Control: Stromversorgung bis 2040 gesichert

Monitoring-Bericht: Speicher-Kapazität muss sich bis 2040 verdreifachen. Im Vorjahr musste Strom wegen Dürre wieder importiert werden.

Die Stromversorgung in Österreich ist bis 2040 gesichert, wird aber zunehmend wetterabhängiger. Das zeigt der aktuelle Monitoring-Bericht der E-Control. Während Österreich 2024 dank viel Wasser Strom exportierte, musste 2025 wieder importiert werden. Um diese Schwankungen in Zukunft auszugleichen, sei eine Verdreifachung der Speicher notwendig. Preislich gibt es Entwarnung, das billige Vorkrisen-Niveau kehrt aber nicht zurück.

Wasserkraftwerk
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Dürre beeinflusste Stromversorgung

"Die Versorgungssicherheit im Strombereich wird von uns laufend analysiert und ist unter den angenommenen Szenarien bis 2040 gesichert", betonte E-Control-Vorstand Alfons Haber Montagabend vor Journalisten. Die Transformation des Systems zeigt sich jedoch in der Volatilität: Im "guten Wasserjahr" 2024 verzeichnete Österreich einen Exportüberschuss. Dieses Bild drehte sich 2025 aufgrund unterdurchschnittlicher Wasserführung und steigenden Bedarfs. Österreich wurde wieder zum Netto-Importeur. Um diese Schwankungen langfristig auszugleichen, ist laut Johannes Mayer, Leiter der Abteilung Volkswirtschaft, ein massiver Ausbau der Stromspeicher nötig. Die Modellrechnungen ergeben einen Bedarf von rund 18 Gigawatt (GW) an Speicherkapazität bis 2040. "Das ist ungefähr das Dreifache von heute", so Mayer.

alfons haber
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Teureres Gas und CO2 treiben Preis

Bei den Energiepreisen dämpft die Behörde Hoffnungen auf eine Rückkehr zu den extrem niedrigen Tarifen der Vergangenheit. Für das Jahr 2027 rechnen die Terminmärkte mit einem Großhandelspreis von rund 90 Euro pro Megawattstunde (MWh). Für Haushaltskunden bedeute dies einen reinen Energiepreis (ohne Netzkosten und Steuern) von rund 10 bis 11 Cent pro Kilowattstunde.

Als wesentliche Ursache für das höhere Preisniveau nannte Mayer den Wegfall russischer Lieferungen: "Die Russland-Krise hat dem Weltmarkt 1.000 Terawattstunden Gas entzogen." Dieses fehlende Angebot musste durch Flüssigerdgas (LNG) ersetzt werden, das in Beschaffung und Transport teurer ist als Pipeline-Gas. Zudem seien die CO2-Preise von früher 10 bis 20 Euro auf nunmehr 70 bis 90 Euro pro Tonne gestiegen. Mayer verwies auch auf die Vollkostenrechnung: Das alte Preisniveau von 40 Euro über zwei Jahrzehnte sei nicht kostendeckend für Investitionen gewesen. "Das war die Hälfte der Vollkosten", analysierte Mayer. Ein Preis von 80 bis 90 Euro sei nötig, um den Kraftwerkszubau ohne dauerhafte Förderungen anzureizen.

E-Control: Stromversorgung bis 2040 gesichert
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E-Control verteidigt Merit Order

Einer politischen Debatte über eine Abschaffung des Merit-Order-Prinzips erteilte Mayer eine klare Absage. Der grenzüberschreitende Handel sei essenziell für die Versorgungssicherheit. Würde man den Marktmechanismus aussetzen, fehlten zudem die Anreize, in Regionen mit Unterdeckung Kraftwerke zu bauen. "Wenn man möchte, dass Preise sinken, muss man schauen, dass jene Regionen, die unterversorgt sind, möglichst zubauen", sagte Mayer mit Verweis auf Südosteuropa.

Positiv fällt die Bilanz zur Zuverlässigkeit der Netze aus. Die durchschnittliche ungeplante Nichtverfügbarkeit lag 2024 bei rund 23 Minuten pro Kunde und damit deutlich unter dem Wert des Vorjahres (33 Minuten).

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