Auch Leiharbeiter müssen gehen

Ende April 120 Kündigungen bei Böhler Edelstahl

Voraussichtlich rund 120 Mitarbeiter bei Böhler Edelstahl in Kapfenberg werden Ende April ihren Job verlieren. Mit Ende Jänner läuft nämlich die Kurzarbeit aus, die Behaltefrist dauert bis Ende April. Bei entsprechender Auftragsentwicklung könnte sich die Zahl der Kündigungen jedoch noch reduzieren, teilte die voestalpine-Konzernleitung am Montag mit. 160 weitere Job könnten eingespart werden.

Die Unternehmensleitung habe sich gegen eine Weiterführung der Kurzarbeit entschieden, da sich die "wirtschaftliche Situation im Edelstahlsegment auf die nächsten Quartale äußerst schwierig darstellen wird", hieß es. Neben den rund 120 Kündigungen sollen Leiharbeiter weitestgehend abgebaut und Pensionierungen respektive Abgänge nicht nachbesetzt werden. Für die gekündigten Mitarbeiter soll die voestalpine-Stahlstiftung abfedernde Wirkung haben: Sie können sich dabei weiter qualifizieren oder beruflich neu orientieren.

Der Konzern wies trotz der Kündigungen darauf hin, dass sich Böhler Edelstahl am Markt trotz der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen "gut behauptet" hat. Die Maßnahmen beim Personal seien jedoch "unbedingt notwendig, um den zunehmend härter werdenden Marktbedingungen erfolgreich entgegentreten zu können", so die Unternehmensleitung.

Die zunächst kursierenden Zahl von 600 gestrichenen Jobs wurde in letzter Zeit relativiert. Zuletzt hatte voestalpine-Chef Eder von 280 Stellen gesprochen, die in Kapfenberg wegfallen würden.

Wie Böhler-Konzernsprecher Peter Schiefer präzisierte, folgen die nunmehr fixierten Maßnahmen der Ankündigung von voestalpine-Chef Wolfgang Eder, wonach 280 der 1.863 Mitarbeiter abgebaut werden müssten: Zu den voraussichtlich rund 120 Kündigungen kämen in einem Maßnahmen-Mix weitere 160 Jobs, die durch weitestgehende Reduktion von Leiharbeitern, Umschichtungen im Konzern sowie nicht nachbesetzte Pensionierungen eingespart werden sollen.