EVN mit Minus beim Ergebnis

Expansion im Ausland

EVN baut 2. Müllverbrennung in Moskau

Der niederösterreichische Versorger errichtet in Moskau eine zweite Müllverbrennungsanlage. Die Kapazität liegt bei 700.000 Tonnen pro Jahr, konkretisierte EVN-Chef Burkhard Hofer vor Journalisten in Nikosia. Den Zuschlag hat die EVN im Dezember 2009 erhalten. Das Investitionsvolumen wird mit 500 Mio. Euro angegeben. In Kroatien will die EVN im Herbst mit der Gasversorgung in Dalmatien starten.

Die erste Müllverbrennungsanlage in der russischen Hauptstadt mit einer Kapazität von 360.000 t ist seit Anfang 2008 in Betrieb. Die Investitionssumme lag bei 191 Mio. Euro. Weiters ist die EVN über ihre Tochter WTE in Moskau auch in der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung tätig.

Gas für Zadar, Split und Sibenik

In Kroatien wird die EVN die Gespanschaften Zadar, Split und Sibenik mit Gas versorgen. Für Zadar und Split wurde die Konzession wie berichtet bereits erteilt. Mit Sibenik wird ein entsprechender Vertrag in den nächsten Wochen unterschrieben. Investiert werden über mehrere Jahre in Summe rund 100 Mio. Euro. Die Vorbereitungen laufen bereits, im Herbst sollen die ersten Kunden mit Gas versorgt werden.

Die für die Gasversorgung der Gespanschaften Split, Zadar und Sibenik erforderliche rund 200 km lange Hochdruck-Transportleitung wird von der staatseigenen Firma Plinacro errichtet. Grundsätzlich sei auch der Mittlere Osten ein Markt und der Bedarf für die Technologien der WTE sei gegeben.

Sonnenstrom in Bulgarien

In Bulgarien, wo die EVN vor allem als Stromverteiler tätig ist, wurde gestern der größte Photovoltaikpark der Unternehmensgruppe in der Gemeinde Sliven eröffnet. Investiert wurden rund 3 Mio. Euro. Das Photovoltaikkraftwerk ist seit Anfang März in Vollbetrieb und erzeugte bisher bereits mehr als über 340. 000 kWh. Die Gesamtleistung liegt bei 836,7 kWp (Kilowatt-Peak).

Zu einer möglichen Abgabe des 33-prozentigen Staatsanteils an der EVN Bulgaria sagte Hofer, es gebe kein Verfahren, kein Angebot und keine Anfrage an die EVN. Bisher sei man mit dem Miteigentümer Staat gut gefahren. Man stünde aber für Gespräche zur Verfügung.

EnBW will aussteigen

Zur Aktionärsstruktur der zum 51 % im Besitz des Landes Niederösterreich stehenden EVN sagte Hofer, dass der zweitgrößte Anteilseigner, die deutsche EnBW, ihre Verkaufsabsichten bestätigt habe. Der deutsche Energiekonzern hält mehr als 35 % an der EVN. Ungewiss sei der Prozess - ob ein strategischer Investor oder über die Börse.

Das EVN-Management würde die EnBW unterstützen, wenn sie sich entscheiden würde, über die Börse zu verkaufen. Entscheidend für die Abgabe von Anteilen sei auch die Kapitalmarktsituation. Zum Zeitplan könne er keine Aussagen treffen, die EVN sei bloß Objekt. Aus Sicht des Managements wäre ein höherer Streubesitz von Vorteil.

Ein Abgehen von der öffentlichen Mehrheit an Landesenergieversorgern ist für Hofer keine Option. Er sei der Meinung, dass ein beherrschender Einfluss der öffentlichen Hand in der Energieversorgung sehr zweckmäßig sei. Eine Sperrminorität sei dabei zu wenig.

Zu möglichen Kapitalmaßnahmen - in der Hauptversammlung im Jänner ist wie berichtet eine Erhöhung um 10 Prozent um bis zu 30 Mio. Euro genehmigt worden - gebe es noch keine Beschlüsse. Kapitalbedarf gebe es für viele Projekte etwa in den Bereichen Wind- und Wasserkraft sowie Umwelt.