EZB: Geldpolitik soll wachstumsstützend bleiben

Die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) wird vermutlich noch eine ganze Weile expansiv bleiben. Dies bestätigte die EZB am Donnerstag in ihrem Monatsbericht. Der gegenwärtig geringe Inflationsdruck und das gedämpfte Wachstum der Geldmenge ermöglichten die Beibehaltung des "akkommodierenden", also konjunkturstützenden Kurses. Die Aussichten für die Entwicklung der Realwirtschaft im Währungsraum beurteilt die Notenbank nach wie vor verhalten.

EZB-Chef Mario Draghi hatte nach der letzten Ratssitzung Anfang März bekräftigt, die Geldpolitik der Notenbank bleibe so lange expansiv wie erforderlich. Hinweise auf eine zusätzliche Lockerung, etwa in Form einer baldigen Leitzinssenkung, gab er allerdings nicht. Einige Beobachter hatten dies im Vorfeld erwartet. Sollte sich die Konjunktur jedoch abermals abschwächen, könnte die Notenbank durchaus mit einer weiteren Zinssenkung reagieren, da sind sich Bankvolkswirte einig.

Nach wie vor rechnet die EZB mit einer konjunkturellen Erholung erst im späteren Jahresverlauf 2013. Diese dürfe allenfalls moderat ausfallen, obwohl sich einige Frühindikatoren zuletzt stabilisiert hätten. In der zweiten Jahreshälfte dürfte eine stärkere globale Nachfrage die stützende Wirkung der lockeren Geldpolitik verstärken. Dennoch sieht die Notenbank immer noch Wachstumsrisiken, bei insgesamt ausgewogenen Inflationsgefahren.