Finanzaufsicht rügt Deutsche Bank in Libor-Affäre

Die Deutsche Bank hat die Ermittlung des Referenzzinses Libor zu wenig kontrolliert, organisierte Kriminalität auf Vorstandsebene gab es aber nicht: Zu diesem Schluss kommt Finanzkreisen zufolge die deutsche Finanzaufsicht BaFin in ihrem Abschlussbericht über die Verwicklung der Bank in die Manipulation von Interbanken-Zinssätzen.

Der Bericht werde voraussichtlich in dieser Woche an den deutschen Branchenprimus geschickt, sagte eine mit den Plänen vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Die Untersuchungen seien damit aber noch nicht abgeschlossen. "Die Verantwortlichkeiten einzelner Personen sollen nun noch genauer beleuchtet werden", sagte der Insider. Der Vorstand habe aber nichts zu befürchten. "Die Abberufung eines Vorstands steht nicht zur Debatte."Der heutige Co-Vorstandschef Anshu Jain hatte bis zum Frühjahr 2012 das Investmentbanking der Deutschen Bank geführt, in dem die Manipulationen geschahen.

Die Deutsche Bank bekräftigte am Montag, nach ihren eigenen Untersuchungen sei "nach aktuellem Stand (...) kein amtierendes oder früheres Mitglied des Vorstands in irgendeine unangemessene Weise in die untersuchten Vorgänge um Referenzzinssätze verwickelt". Eine "begrenzte Zahl von Mitarbeitern" habe auf Eigeninitiative entgegen der Standards der Bank gehandelt. Die Deutsche Bank hatte sieben Händler deswegen entlassen. Die BaFin wollte sich zu den Ergebnissen ihrer Untersuchung nicht äußern.

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