Der DAX steht unter dem Druck der Katastrophe in Japan.

Japan

Atomkrise schwächt Europas Leitbörsen

Einheitlich tief rote Tendenz zu Mittag.

 Der DAX in Frankfurt rutschte bis 13.30 Uhr um 321,80 Einheiten oder 4,69 Prozent auf 6.544,83 Punkte ab. Der FT-SE-100 der Börse London fiel um 147,2 Zähler oder 2,55 Prozent auf 5.628,07 Stellen. Der Euro-Stoxx-50 gab 108,85 Einheiten oder 3,82 Prozent auf 2.743,26 Punkte zu.

Chemie- und Autoaktien besonders verlustreich
Im Sektorenvergleich innerhalb des Euro-Stoxx hatten Technologie- Chemie- und Autowerte die größten Verluste zu tragen. Auch Versorger und Versicherer mussten deutlich abgeben. Atomkraftwerkbetreiber wie E.ON und RWE verloren 4,32 Prozent auf 20,92 Euro und 4,71 Prozent auf 43,49 Euro. VW sackten um 5,87 Prozent auf 106,55 ab und Daimler verloren 6,16 Prozent auf 44, 00 Euro.

Erneuerbare Energiequellen als Gewinner
Angesichts der kritischen Diskussionen um Atomkraft waren Titel aus dem Sektor der erneuerbaren Energiequellen stark gesucht. Solarworld-Papiere siedelten sich mit einem Kurssprung von fast 24 Prozent an der Spitze des Euro-Stoxx an. Die Werte notierten bei 10,655 Euro. Die Titel des heimischen Verbund-Konzerns kletterten 3,87 Prozent auf 27,095 Euro.

Frankfurter DAX mit Rekordverlusten
Der Frankfurter DAX sackte bis zum frühen Nachmittag um die 5 Prozent ab und damit so stark wie nicht mehr seit der Finanzkrise. Auch hier waren Werte aus dem Sektor der alternativen Energie die Ausnahme. Titel des Solarspezialisten Solon legten um knappe 44 Prozent auf 5,50 Euro zu und konnten damit den Einbußen etwas entgegenwirken.

Italiener bleiben auf Atom-Kurs
Ungeachtet der Katastrophe in Japan bleibt der italienische Energiekonzern Enel auf Atom-Kurs. Das Unternehmen kündigte an, einen Teil seiner bis 2015 vorgesehenen Investitionen von 31 Milliarden Euro wie geplant in sein Kernkraftprogramm stecken zu wollen. Die Titel notierten mit einem Abschlag von 1,96 Prozent bei 4,00 Euro.