ATX nach verlängertem Wochenende tiefrot

Wiener Börse

ATX nach verlängertem Wochenende tiefrot

Der ATX fiel 56,97 Punkte oder 2,31 Prozent auf 2.410,68 Einheiten.

Die Wiener Börse hat ihren feiertagsbedingt verzögerten Wochenstart mit herben Verlusten beendet. Der ATX fiel 56,97 Punkte oder 2,31 Prozent auf 2.410,68 Einheiten. Damit lag die tatsächliche Entwicklung des Leitindex rund 74 Punkte unter der heutigen Händlerprognose im APA-Konsensus von 2.485,00 Punkten.

Zum Vergleich die wichtigsten Börsenindizes um 17.30 Uhr: Dow Jones/New York -0,14 Prozent, DAX/Frankfurt -0,85 Prozent, FTSE/London -0,72 Prozent und CAC-40/Paris -0,80 Prozent.

Das verlängerte Wochenende hat der Wiener Börse scheinbar nicht gut bekommen, der erste Handelstag der verkürzten Woche war ein steiles Bergab und der Tagesverlust mit Abstand der deutlichste im europäischen Umfeld. Bereits zur Eröffnung trübten schwache asiatische Vorgaben die Investitionslaune. Ein kurzer Aufwärtstrend am Vormittag ebbte recht schnell wieder ab, schwache US-Konjunkturdaten und die infolge verhalten gestartete Wall Street gaben dem ATX den Rest.

Immer stärker gehen die Anleger laut einem SpreadEx-Analysten davon aus, dass es in den USA in diesem Monat nicht zu einer Zinserhöhung in den USA kommen wird. Da dies jedoch seit einiger Zeit eingepreist wurde, seien die Impulse für den Handel weitgehend ausgeblieben, erläutert er weiter. Die durchwachsenen US-Konjunkturdaten im Tagesverlauf passten in dieses Bild: Während die Zahlen zur US-Industrie mäßig erfreulich ausfielen, kam Positives vom US-Häusermarkt und Negatives von der erschreckend schwachen Verbraucherstimmung.

Vor allem schwache Rohstoff- und Ölwerte lasteten allerorts auf den Indizes. In Wien knickten voestalpine trotz einer Aufstufung seitens der Erste-Analysten von "Hold" auf "Accumulate" und einem von 43 auf 40 Euro gekürzten Kursziel um herbe 6,74 Prozent ein. Auch Verbund (minus 4,63 Prozent), OMV (minus 5,85 Prozent ) und SBO (minus 1,80 Prozent) rasselten in tiefere Gefilde. Händler verwiesen auf die weiterhin fallenden Ölpreise.

Besser lief der Tag für AT&S, die Aktie kletterte nach Zahlen um 0,70 Prozent. Der Leiterplattenhersteller hat seinen Umsatz im ersten Halbjahr um 28,2 Prozent auf 387,1 Mio. Euro gesteigert und das Konzernergebnis um 48,1 Prozent auf 42,1 Mio. Euro verbessert. Die Umsatzerwartung für 2015/16 wurde auf 740 Mio. Euro angehoben, teilte AT&S am Vorabend mit.

Die Vienna Insurance Group (VIG) hat den 100-Prozent-Erwerb des lettischen Sachversicherers Baltikum AAS abgeschlossen und steigt damit unter die Top-5-Versicherer in Lettland auf, teilte die VIG mit. Baltikum AAS ist ein Nicht-Lebensversicherer, hält 8 Prozent Marktanteil, beschäftigt 250 Mitarbeiter und nahm im Vorjahr 20 Mio. Euro ein. Die VIG-Aktie notierte mit minus 1,33 Prozent.