Börse Tokio überrascht mit Gewinnen

Plus 5,68 Prozent

Börse Tokio überrascht mit Gewinnen

Der Nikkei-225 Index erholte sich nach den jüngsten Kurseinbrüchen um 488,57 Punkte.

Der Tokioter Aktienmarkt hat am Mittwoch den Handel mit klar höheren Notierungen beendet. Der Nikkei-225 Index erholte sich nach den jüngsten Kurseinbrüchen um 488,57 Punkte oder 5,68 Prozent auf 9.093,72 Zähler. Der Topix Index schloss mit 817,63 Einheiten und einem Aufschlag von 50,90 Punkten oder 6,64 Prozent. Der Umsatz belief sich auf rund 3.138,60 (Vortag: 3.090,53) Mio. Aktien. 1.541 Kursgewinnern standen 121 -verlierer gegenüber. Unverändert notierten 15 Titel.

Einen Tag nach dem dramatischen Kursrutsch an der Tokioter Börse hat sich der Nikkei-225 wieder deutlich erholen können. Zwischenzeitlich war der Nikkei sogar bis auf 9.168 Punkte geklettert, dann aber sorgten weitere Hiobsbotschaften um das havarierte Atomkraftwerk Börsianern zufolge für Gewinnmitnahmen. Marktteilnehmer bezeichneten die Lage an den Märkten nach wie vor als fragil. Insofern könne der Markt auch jederzeit wieder einbrechen.

In dem Katastrophen-Atomkraftwerk waren weitere Feuer an zwei Reaktoren ausgebrochen, nach einem starken Anstieg der Strahlung mussten sich die Arbeiter zeitweise aus dem Kraftwerk zurückziehen. Zudem wurde in Block 3 womöglich die wichtige innere Hülle beschädigt, wie Regierungssprecher Yukio Edano sagte. Zudem erschütterten weitere Nachbeben das Land.

Deutlich erholt zeigten sich nach den heftigen Kursverlusten vom Vortag etwa die Aktien des Autobauers Toyota. Sie verteuerten sich um 9,14 Prozent auf 3.345 Yen. Ein ähnliches Bild zeigte sich bei den Papieren von Sony, die um 8,78 Prozent auf 2.528 Yen nach oben sprangen.

Auch Bauwerte, die auch am Montag noch zu den wenigen Gewinnern gezählt hatten, machten Boden gut. Daiwa House Industry stiegen um 6,46 Prozent auf 1.005 Yen, Sekisui House sogar um 8,20 Prozent auf 792 Yen.

Vergleichsweise gering fiel das Plus angesichts der immensen Schäden nach dem Erdbeben und dem Tsunami bei Versicherungswerten aus. The Tokio Marine and Fire Insurance gewannen 2,90 Prozent auf 2.233 Yen, MS&AD Insurance stiegen um 3,24 Prozent auf 1.755 Yen. Die Titel von The Tokyo Electric Power (Tepco), der Betreiberfirma des Atomkraftwerks Fukushima Eins, verloren weitere rund 25 Prozent auf 921 Yen.

Derweil stützte die japanische Notenbank das Finanzsystem auch am Mittwoch mit einer Geldspritze in Milliardenhöhe. Angesichts des hohen Bedarfs an Liquidität der heimischen Banken im Gefolge des Erdbebens und der Atomkatastrophe stellte die Notenbank nach Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo als kurzfristige Notfall-Liquidität 3,5 Billionen Yen (rund 30 Mrd. Euro) zur Verfügung. Bereits am Montag und Dienstag hatten die Währungshüter Milliarden in das Bankensystem gepumpt.