Börsencrash: Dow Jones bricht erneut um 12% ein

Corona-Virus-Krise geht weiter

Börsencrash: Dow Jones bricht erneut um 12% ein

Aufgrund des drastischen Kurseinbruchs wurde der Handel kurzzeitig ausgesetzt.

Nachdem am Montagvormittag bereits der  ATX und der DAX erneut stark eingebrochen sind , ist der scharfe Kurseinbruch auch am New Yorker Aktienmarkt in eine neue Runde gegangen. Der Dow Jones brach zum Börsenstart (14:45 Uhr unserer Zeit) um 11,96 Prozent auf 20.421,33 Punkte ein. Mit dem erneuten Kursrutsch hat der Leitindex seine Erholungsbewegung vom Freitag zum Teil wieder revidiert und an seine insgesamt  katastrophale Vorwoche  angeknüpft.
 

Handel gleich nach Start ausgesetzt

Wenn der Dow auf diesem Niveau schließen würde, wäre das der drittgrößte Verlust seiner Geschichte. Aufgrund des starken Kursrückgangs an der Wall Street wurde der Handel wenige Sekunden nach Börsenstart für 15 Minuten unterbrochen. Nach Wiederaufnahme des Handels ging es jedoch in unverminderter Geschwindigkeit weiter abwärts. Der marktbreite S&P-500 gab nach der Aussetzung um 10,91 Prozent auf 2.415,49 Zähler nach.
 
 

Notfallaktion der FED verpuffte

Die Maßnahmen mehrerer globaler Notenbanken können die Anleger am Montag nicht hoffnungsvoller stimmen - ganz im Gegenteil. Am Markt hieß es, eine am Sonntag von der Fed vorgenommene Notfallaktion erhöhe derzeit noch die Sorgen um die Tragweite der laufenden Viruskrise. In einer Notfallaktion senkte die US-Notenbank den Leitzins überraschend auf fast null Prozent und kündigte ein Maßnahmenpaket in Koordination mit anderen Notenbanken an.
 
Analyst Neil Wilson von Markets.com sprach von einem bemerkenswerten Schritt der Fed, betonte aber zugleich, dass die Weltwirtschaft mehr und mehr zum Stillstand komme. Da fehle es auch den Währungshütern an nötigen Gegenmitteln. Anleger starteten wieder eine Massenflucht aus dem Aktienmarkt in die als sicherer angesehenen Anlagen wie etwa US-Staatsanleihen.
 
 

Banktitel und Apple leiden besonders

Die Entscheidung der Fed schickte die Aktien von US-Banken am Montag vorbörslich wieder auf eine steile Talfahrt. Die Papiere der im Dow notierten Branchenvertreter JPMorgan und Goldman Sachs brachen um 17 bzw. 15 Prozent ein. Für Banken macht ein niedriges Zinsumfeld das Alltagsgeschäft zum Beispiel mit Krediten weniger attraktiv.
 
Die Aktien von Apple kamen unterdessen mit 12,5 Prozent unter Druck. Der iPhone-Hersteller hatte angekündigt, wegen der Coronavirus-Ausbreitung seine 460 hauseigenen Läden außerhalb Chinas für zwei Wochen zu schließen. Man wolle damit dazu beitragen, die Krankheit zu bremsen, erklärte Firmenchef Tim Cook am Samstag. Außerdem wurde Apple von der französischen Wettbewerbsbehörde mit einer  Strafe von gut 1,1 Milliarden Euro  für aus ihrer Sicht illegale Vertriebsvereinbarungen belegt.
 
 

Fluglinien unter Druck

Stark unter Druck blieb unterdessen wegen dem Coronavirus auch weltweit die Luftfahrtbranche. Die Papiere von American Airlines, Delta und United sackten im Frühhandel zwischen 9 und 20 Prozent ab. Die AUA hat am Montag ebenfalls angekündigt, ihren Betrieb ab Donnerstag vorübergehend komplett einzustellen.