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Europas Leitbörsen mit deutlichen Gewinnen

US-Börsen unterstützen - Imtech bricht 40 Prozent ein.

Europas Leitbörsen haben am Montag im Tagesverlauf ihre Gewinne weiter ausgebaut und deutlich fester geschlossen. Der Euro-Stoxx-50 legte um 37,14 Einheiten oder 1,02 Prozent auf 3.674,94 Zähler zu.

Börsianer begründeten die Entwicklung mit einem noch besser als erwartet ausgefallenen Handelsstart an den New Yorker Aktienmärkten. Die jüngsten Sorgen vor einer Anhebung der US-Leitzinsen seien wieder etwas in den Hintergrund gerückt, hieß es am Markt. Auch die Kursgewinne in China dürften zu Beginn positive Impulse gegeben haben.

Etwas belastet hatten die deutschen Konjunkturdaten. Die deutsche Industrie hat im Juni wegen schwacher Auslandsgeschäfte die stärksten Umsatzeinbußen seit zehn Monaten erlitten. Auch die Produktion und Exporte schrumpften im Juni.

Daneben fand das Sentix-Konjunkturbarometer kaum Beachtung im Handel. Der aus einer Umfrage unter rund 1.000 Investoren errechnete Index gab im August um 0,1 auf 18,4 Punkte nach. "Damit hat die Eurozone die Wirren um Griechenland und den weiteren Einbruch in der wirtschaftlichen Dynamik dort relativ gut weggesteckt", sagte Sentix-Geschäftsführer Manfred Hübner.

 Zudem kommen die Griechen und ihre Kreditgeber bei den Verhandlungen über ein drittes Hilfsprogramm mit einem Volumen von 86 Mrd. Euro so gut voran, dass bereits am Dienstag eine Einigung stehen könnte.

 Bei einem dünnbesäten Datenkalender, blickten die Anleger heute mehr auf Unternehmensnachrichten. So brachen die Aktien von Imtech an der Börse in Amsterdam erneut um fast 40 Prozent ein. Dem niederländischen Konzern droht das Geld auszugehen. Die Deutschland-Tochter ist bereits Pleite. Die Gespräche mit möglichen Kreditgebern hätten nicht zu einem Ergebnis geführt, teilte der Baudienstleister mit. Daraufhin gingen die Titel auf Sinkflug.

Zu kämpfen gegen ihren weiteren Absturz hat auch die RWE. Der Aufsichtsrat beschloss, die bisherige Holding in eine operative Gesellschaft umzuwandeln. Eine Reihe von Tochtergesellschaften falle weg oder werde verschmolzen. Der zweitgrößte deutsche Versorger leidet angesichts des Booms der erneuerbaren Energien unter einem heftigen Verfall der Strompreise im Großhandel. Die RWE-Titel schafften nachmittags mit plus 0,29 Prozent den Sprung zurück in den grünen Bereich.

 Außerdem hat PNE Wind vor dem Hintergrund eines internen Machtkampfes, eine positive Halbjahres-Bilanz vorgestellt. Vor allem wegen des Verkaufs von Anteilen der britischen Tochtergesellschaft lag der Überschuss in den ersten sechs Monaten 2015 bei 18,4 Millionen Euro, nach einem Minus von 2,4 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Die Aktien des Windpark-Entwicklers fielen 1,65 Prozent.

Im Branchenvergleich verloren Konsumgüter. Hingegen dürften Technologiewerte von einem Mega-Deal von Berkshire Hathaway in den USA profitiert haben. Die Investmentfirma will den Flugzeug-Zulieferer Precision Castparts Corp (PCC) schlucken.