EuroStoxx/Frankfurter Börse

US-Berichtssaison im Fokus

Europas Leitbörsen schließen im Plus

Alcoa-Bilanz und US-Handel stützen - ArcelorMittal schwächer.

Die europäischen Leitbörsen sind am Mittwoch mit Gewinnen aus dem Handel gegangen. Der Euro-Stoxx-50 kletterte um 14,94 Einheiten oder 0,56 Prozent auf 2.706,39 Zähler.

Gestützt von der überraschend positiven Bilanz von Alcoa starteten die europäischen Börsen einheitlich fester in den Handelstag. Im Laufe des Vormittags ging ihnen etwas die Luft aus und zu Mittag fiel der Euro-Stoxx-50 sogar kurzfristig unter den Vortageswert. Für etwas Verunsicherung hatten schwachen Daten zur deutschen Industrieproduktion gesorgt. Dank einer freundlichen Eröffnung an der Wall Street konnte die Leitbörsen ihre Gewinne bis Handelsschluss wieder etwas ausbauen.

Die deutsche Industrie hat ihren schwachen Auftakt ins Schlussquartal 2012 bei weitem nicht wettmachen können. Nach einem starken Produktionsrückgang im Oktober ergibt sich für November ein geringfügiger Anstieg um 0,2 Prozent, wie aus Zahlen des Wirtschaftsministeriums hervorgeht. Bankvolkswirte hatten einen stärken Zuwachs um 1,0 Prozent erwartet.

Nach der Lockerung der Liquiditätsanforderungen notierten Bankwerte erneute am oberen Ende der Kurstafel. UniCredit stiegen an der Spitze des Euro-Stoxx-50 um 4,85 Prozent auf 4,24 Euro. Societe Generale rückten um 3,43 Prozent auf 32,15 Euro vor und Deutsche Bank kletterten um 1,33 Prozent auf 36,70 Euro.

Die Papiere von France Telecom erhöhten sich um kräftige 4,29 Prozent auf 8,75 Euro. Europas größte Telekomkonzerne erwägen einem Pressebericht zufolge die Vereinigung ihrer Telefonnetze. Telefonica befestigten sich um 3,93 Prozent auf 10,83 Euro und Deutsche Telekom erhöhten sich um 3,36 Prozent auf 9,137 Euro.

ArcelorMittal rutschten um 2,53 Prozent auf 13,08 Euro ab. Der Stahlkonzern hatte zuvor angekündigt, seine hohe Schuldenlast mit der Ausgabe neuer Aktien und einer Wandelanleihe drücken zu wollen. Rund 3,5 Milliarden US-Dollar will ArcelorMittal mit den Kapitalmaßnahmen einnehmen. Dass die Aktie zunächst negativ auf die Nachricht reagierte, überraschte Börsianer nicht. Das seien „ganz normale Platzierungsbewegungen“, sagte ein Händler. Für den Sektor generell sei die Nachricht eher neutral zu sehen, mögliche Schwächen sollten für Zukäufe genutzt werden

Die rote Laterne im Euro-Stoxx-50 übernahmen Carrefour, die um 2,74 Prozent auf 19,55 Euro einknickten. Einzelhandelsaktien verbuchten europaweit die mit Abstand größten Abschläge, nachdem die britische Supermarktkette Sainsbury (minus 2,65 Prozent auf 330,03 Pence) mit ihrem Zwischenbericht für das dritte Geschäftsquartal enttäuscht hatte.