Statistik Austria: Nächtigungsbuchungen stiegen vorläufigen Daten zufolge um 1,9 Prozent auf 157,27 Millionen, Gästezahl legte um 3,1 Prozent auf 48,17 Millionen zu.
Urlaub in Österreich erfreut sich ungebremst zunehmender Beliebtheit. 2025 haben die heimischen Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen in Summe erneut einen Nächtigungsrekord verbucht, wie aus den vorläufigen Daten der Statistik Austria von heute, Freitag, hervorgeht. Demnach kletterten die Übernachtungen gegenüber dem Jahr davor um 1,9 Prozent auf 157,27 Millionen. Die Gästezahl erhöhte sich um 3,1 Prozent auf 48,17 Millionen. Besonders kräftig legte der Städtetourismus zu.
Bei den österreichweiten Nächtigungen wurde die 150-Millionen-Schwelle das dritte Jahr in Folge überschritten. Das war den Statistikern zufolge der höchste Wert seit Beginn der digitalen Aufzeichnungen im Jahr 1974. Im abgelaufenen Jahr waren es um 2,95 Mio. Nächtigungsbuchungen mehr als 2024 (154,32 Millionen). 2023 waren 151,17 Millionen Übernachtungen erreicht worden.
Allzeithoch bei Buchungen
"Das Jahr 2025 brachte dem heimischen Tourismus ein Allzeithoch bei den Nächtigungszahlen", bekräftigte Statistik-Austria-Generaldirektorin Manuela Lenk in einer Mitteilung. Das Wachstum gehe vor allem auf internationale Gäste zurück, aber auch die Nächtigungen von Gästen aus dem Inland seien im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen.
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Konkret kam es bei den Buchungen der Urlauberinnen und Urlauber aus dem Ausland zu einem Zuwachs von 2,4 Prozent auf 116,81 Mio. Übernachtungen. Aus dem Inland gab es ein zartes Plus von 0,5 Prozent auf 40,46 Millionen Nächtigungen.
Mehr Deutsche als Österreicher
Somit gingen drei Viertel der Nächtigungen auf internationale Gäste zurück - aus Deutschland stammten 58,55 Millionen Übernachtungen und damit mehr als aus Österreich. Mit großem Abstand dahinter die drittstärkste Urlaubergruppe bildeten die Niederländer mit 11,26 Millionen, gefolgt von Schweizern und Liechtensteinern mit 4,34 Millionen Nächtigungen.
Über die Hälfte aller Buchungen entfiel auf die beiden Bundesländer Tirol und Salzburg mit gemeinsam 80,92 Millionen Übernachtungen. Die Tiroler verzeichneten dabei einen Anstieg von 1,7 Prozent auf 50,02 Millionen, die Salzburger 2,4 Prozent auf 30,9 Millionen. Leicht im Minus waren nur Kärnten (minus 0,7 Prozent auf 13,05 Millionen Nächtigungen) und Niederösterreich (minus 0,4 Prozent auf 7,3 Millionen).
Wien am stärksten im Plus
Den höchsten prozentuellen Zuwachs gab es mit 6,5 Prozent auf 20,09 Millionen in Wien - die 20-Millionen-Marke wurde damit erstmals geknackt. Insgesamt wuchs der Städtetourismus - in Wien und den Landeshauptstädten - im abgelaufenen Jahr um 5,7 Prozent auf 29,05 Millionen Nächtigungen.
Die bisherige Wintersaison 2025/26 lässt ein Anhalten der dynamischen Nachfrage erkennen. In den beiden Monaten November und Dezember legten die Nächtigungen gegenüber dem Vergleichszeitraum im Jahr davor um 8,1 Prozent auf bundesweit 19,67 Millionen zu.
Dynamische Nachfrage vor allem aus dem Ausland
Das Geschäft angekurbelt haben dabei vor allem die Besucherinnen und Besucher aus dem Ausland mit einem Plus von 10,7 Prozent auf 14,76 Millionen. Aus dem Inland kamen 4,91 Millionen Übernachtungen (plus 1 Prozent). Allein im Dezember wurden in Summe 13,90 Millionen Nächtigungen verzeichnet (plus 9,9 Prozent).
Insgesamt erhöhte sich die Zahl der Buchenden zum Saisonstart (November und Dezember) um 7,5 Prozent auf 6,59 Millionen.
Hohe Nachfrage bedeutet nicht automatisch hohe Erträge
Hohe Buchungszahlen bedeuten allerdings nicht unbedingt hohe Gewinne. "Hinter starken Zahlen stehen Unternehmerinnen und Unternehmer sowie Beschäftigte, die mit steigenden Kosten und Bürokratie kämpfen", betonte Tourismus-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner (ÖVP) in einer Aussendung. "Unser Ziel ist klar: Erfolg am Papier muss auch als Erfolg am Konto ankommen. Darum arbeiten wir an Entlastungen, weniger Bürokratie und an Rahmenbedingungen, die Investitionen erleichtern, Planungssicherheit schaffen und Urlaub leistbar halten", so die Politikerin.
"Gute Zahlen sind ein Applaus für unsere Tourismusbetriebe", hielt die Bundesspartenobfrau der Tourismus- und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich, Susanne Kraus-Winkler, in Reaktion auf die Bilanz 2025 fest. "Entscheidend ist jedoch, ob am Ende auch ausreichend Ertrag für Investitionen im Betrieb bleibt und der steigende Mitarbeiter:innenbedarf gedeckt werden kann", strich auch die Branchensprecherin hervor. Nur wirtschaftlich stabile Unternehmen seien in der Lage, kontinuierlich zu investieren, Qualität zu sichern und international wettbewerbsfähig zu bleiben.
Für die nationale Tourismusmarketing-Organisation Österreich Werbung (ÖW) stehen die Zeichen beim Umwerben von Gästen weiterhin auf Internationalisierung. "Das Wachstum wird zunehmend internationaler - getragen von den CEE-Märkten sowie einer sehr starken Nachfrage aus den Fernmärkten wie den USA und China", erklärte ÖW-Chefin Astrid Steharnig-Staudinger. Damit soll der Tourismusstandort Österreich "langfristig resilient und wettbewerbsfähig" positioniert werden. "Österreich als kleines Land mit riesigem internationalen Potenzial."
(Redaktionelle Hinweise: GRAFIK 0142-26, Format 88 x 124 mm)