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Europas Leitbörsen schließen klar schwächer

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Syrien-Krise dämpft Risikobereitschaft der Anleger - Abschläge auf breiter Front.

Die europäischen Leitbörsen sind am Dienstag angesichts einer drohenden militärischen Intervention in Syrien einheitlich mit deutlichen Kursverlusten aus dem Handel gegangen. Der Euro-Stoxx-50 rutschte am Sitzungsende um 2,56 Prozent auf 2.749,27 Zähler ab.

Händlern zufolge nimmt die Sorge vor einem Militärschlag der USA gegen Syrien immer weiter zu. Die Entwicklungen dämpfen die Risikobereitschaft der Anleger, kommentierte ein Börsianer. US-Präsident Barack Obama erwägt nach einem Bericht der "Washington Post" wegen der Giftgas-Vorwürfe gegen Machthaber Baschar al-Assad einen baldigen Angriff von begrenzter Dauer. Dabei könnten die USA auf die Hilfe von Staaten wie Frankreich, Großbritannien und die Türkei bauen.

Besser als erwartet ausgefallene Wirtschaftsdaten aus Europa und den USA konnten die Talfahrt nicht bremsen. Bereits zum vierten Mal in Folge verbesserte sich im August der deutsche Ifo-Geschäftsklimaindex. Zudem hat sich die Stimmung der US-Verbraucher überraschend etwas aufgehellt. Das Barometer für die Konsumlaune stieg im August um 0,5 auf 81,5 Punkte. Analysten hatten mit einem Rückgang auf 79,0 gerechnet.

US-Präsident Barack Obama und die Republikaner steuern in der Finanzpolitik auf eine neue Machtprobe zu. Finanzminister Jacob Lew gab bekannt, dass Mitte Oktober die Schuldengrenze von 16,7 Billionen Dollar (12,5 Billionen Euro) erreicht wird. In einem Brief forderte er den Kongress auf, das Limit so rasch wie möglich anzuheben.

Ein Branchenvergleich in Europa zeigte Abschläge auf breiter Front. Die geringsten Verluste gab es im Öl- und Gas-Sektor zu verzeichnen. Die Ölpreise sind angesichts eines möglichen Militärschlags gestiegen. Zu den größten Verlierern zählten hingegen Banken und Automobilwerte.

Kursrelevante Unternehmensnachrichten blieben Mangelware. Zu den größten Verlierern im Euro-Stoxx-50 zählten ING Groep mit einem Abschlag von 5,15 Prozent. Societe Generale rutschten 4,85 Prozent ins Minus und Intesa SanPaolo schlossen 4,37 Prozent tiefer.

Unter den Autowerten bremsten Daimler deutlich um 4,77 Prozent. Die Aktien haben damit nicht auf den vom obersten französischen Verwaltungsgericht erlaubten Verkauf der Kompaktmodelle von Mercedes reagiert. Frankreich hatte sich seit Anfang Juli geweigert, Kompaktmodelle von Mercedes zuzulassen, die vom Kraftfahrtbundesamt mit einem alten Kältemittel zertifiziert worden waren. Daimler hatte gegen die Blockade eine Verfügung beantragt.

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