Europas Leitbörsen starten leichter

Banger Blick nach Bahrain

Europas Leitbörsen starten leichter

Am Markt verwies man auf die Sorgen um die Situation in der Golfregion.

Die Leitbörsen in Europa haben am Freitag im frühen Handel mit mehrheitlich leichteren Notierungen tendiert. Um 10.25 Uhr notierte der DAX in Frankfurt knapp behauptet mit 7.402,25 Punkten, das entspricht einem Minus von 3,26 Einheiten oder 0,04 %. Auch der FT-SE-100 in London zeigte sich in der Verlustzone und musste um 10,0 Einheiten oder 0,16 % auf 6.077,41 Zähler abgeben.

Der die 50 führenden Unternehmen in der Europäischen Wirtschafts-und Währungsunion umfassende Euro-Stoxx-50 fiel ebenfalls, und zwar um 0,61 Einheiten oder 0,02 % auf 3.063,93 Punkte.

Am Markt verwies man zur Erklärung auf die zunehmenden Sorgen um die Situation in der Golfregion. Nachdem in Bahrain - einem wichtigen Ölförderland - bei Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten fünf Menschen ums Leben gekommen waren, mehrten sich die Sorgen um eine weitere Eskalation in der Region. Die Überseevorgaben zeigten sich indes mehrheitlich positiv.


Auf Unternehmensseite standen Lafarge und Anglo American nach der Veröffentlichung von Ergebnissen im Blickpunkt des Anlegerinteresses. Zudem beginnt am heutigen Freitag in Paris das Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs der G20-Gruppe. Ansonsten präsentierte sich die Agenda dünn.

In Paris konnten sich Lafarge mit einem Kurssprung von 3,41 % auf 47,57 Euro an die Spitze des Leitindex CAC-40 setzen, nachdem der Zementhersteller nach einer Geschäftserholung Ende 2010 die Trendwende geschafft sieht. Nach Rückgängen in den Vorquartalen legte der Umsatz im letzten Jahresviertel um neun Prozent auf knapp 4 Mrd. Euro zu, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Damit gab es im Gesamtjahr noch eine leichte Erlössteigerung von zwei Prozent auf 16,2 Mrd. Euro. Auf vergleichbarer Basis entspricht dies allerdings einem Rückgang von drei Prozent. Der operative Gewinn sank um ein Prozent auf 2,4 Mrd. Euro, der Überschuss legte dennoch um 12 % auf 827 Mio. Euro zu.

Mit einem negativen Vorzeichen präsentierten sich hingegen Anglo American, die mit einem Minus von 2,14 % auf 3.225 Pence als Schlusslicht im Londoner FTSE-100 fungierten. Unter dem Strich verdiente der Baustoffkonzern 2010 nach eigenen Angaben 6,5 Mrd. US-Dollar, das entspricht einem Plus von 170 % im Vergleich zum Krisenjahr 2009. Der Umsatz stieg um 34 % auf 32,9 Mrd. Dollar. Zudem gaben Anglo American und Lafarge bekannt, ihr Baustoffgeschäft in Großbritannien zusammenzulegen. Das Gemeinschaftsunternehmen, an dem beide Gesellschaften jeweils die Hälfte der Anteile halten werden, soll nach Angaben von Freitag auf ein Umsatzvolumen von 1,8 Mrd. Pfund kommen.