Notenbank-Aussagen beflügeln Wall Street

US-Börsen

Notenbank-Aussagen beflügeln Wall Street

  Der Dow Jones Industrial Index schloss daraufhin um 288,00 Punkte oder 1,69 Prozent höher bei 17.356,87 Einheiten.

Die US-Börsen haben Mittwoch beflügelt von den jüngsten Aussagen der US-Notenbank deutlich fester geschlossen. Die Fed will die im kommenden Jahr anstehende Zinswende geduldig angehen, Zinserhöhungen im ersten Quartal 2015 dürften kein Thema sein.

   Der Dow Jones Industrial Index schloss daraufhin um 288,00 Punkte oder 1,69 Prozent höher bei 17.356,87 Einheiten und verzeichnete damit das größte Tagesplus des Jahres. Der marktbreite S&P-500 Index legte 40,15 Punkte oder 2,04 Prozent auf 2.012,89 Zähler zu - ebenfalls das größte Tagesplus im Jahr 2014. Der Technologieindex Nasdaq Composite Index stieg um 96,48 Einheiten oder 2,12 Prozent auf 4.644,31 Zähler.

   Die Fed will bei der für nächstes Jahr erwarteten Zinsstraffung nichts überstürzen. "Auf der Grundlage der aktuellen Bewertung geht der Ausschuss davon aus, dass er beim Beginn der geldpolitischen Normalisierung geduldig sein kann", hieß es in der am Mittwochabend veröffentlichten Erklärung der Notenbank. Zugleich wiesen die Notenbanker darauf hin, dass diese Formulierung keine Abkehr von ihrer bisherigen Zusicherung sei, die Zinsen "eine beträchtliche Zeit" nach den im Oktober ausgelaufenen Anleihekäufen nahe Null zu halten.

   Aussagen von Fed-Chefin Janet Yellen auf der folgenden Pressekonferenz deuteten dann darauf hin, dass die ersten Zinserhöhungen nicht vor dem zweiten Quartal 2015 anstehen dürften. Yellen sagte, dass der Normalisierungsprozess wahrscheinlich noch nicht auf einer der nächsten Zinssitzungen eingeleitet werde - und ergänzte, dass sie damit die nächsten beiden Treffen des Fed-Offenmarktauschusses im Jänner und März 2015 meine. Demnach sind Zinserhöhungen frühestens bei der darauffolgenden Sitzung Ende April zu erwarten.

   Die Anleger an den Aktienmärkten nahmen diese Aussagen erfreut zur Kenntnis. Im S&P-500 standen 480 Gewinnern nur 20 Verlierern gegenüber, im Dow Jones schlossen gleich sämtliche Werte in der Gewinnzone. Besonders stark nachgefragt wurden Werte aus dem Ölsektor. Chevron-Papiere schlossen mit einem satten Plus von 4,25 Prozent an der Indexspitze, Exxon-Aktien verteuerten sich ebenfalls im Spitzenfeld um 3,02 Prozent. Der Grund dafür: Die Ölpreise haben am Mittwoch ihre jüngste Talfahrt unterbrochen und deutlich zugelegt. Auslöser dafür waren laut Händlern die in den USA gefallenen Rohöllagerbestände.

   Auch außerhalb des Dow zeigten sich Ölwerte fester. Die Papiere von Diamond Offshore Drilling stiegen um 4,73 Prozent. Apache-Aktien verteuerten sich sogar um 6,15 Prozent.

   Weniger gut lief es hingegen für FedEx. Die Titel des Paketdiensts schlossen um 3,72 tiefer nach. Die Geschäftszahlen für das zweite Quartal sind unter den Markterwartungen geblieben. Trotz des Rückenwindes durch geringere Treibstoffkosten habe der Konzern weniger Gewinn gemacht als Analysten erwartet hatten, bemängelte die Schweizer Investmentbank UBS in einem Kommentar. Vor allem das Fracht- und das traditionelle Paketgeschäft hätten geschwächelt.

   Einen massiven Kurssprung von über 55 Prozent legten hingegen die Anteilsscheine von Volcano hin. Der niederländische Elektronikkonzern Philips will das Medizintechnikunternehmen übernehmen.

   Ebenfalls mit Kursgewinnen schlossen die Titel der Kreuzfahrtunternehmen Royal Caribbean Cruises (plus 6,62 Prozent) und Carnival (plus 3,46 Prozent). Anleger spekulieren, dass sie von der angekündigten Normalisierung der Beziehungen zwischen den USA und Kuba profitieren könnten. US-Präsident Barack Obama hat am Mittwoch angekündigt, die ein halbes Jahrzehnt andauernden Sanktionen gegen den karibischen Inselstaat beenden zu wollen. Diese beinhalten auch Reiseeinschränkungen.

   Unmittelbar nach Börsenschluss legte Oracle Quartalszahlen vor. Der IT-Konzern übertraf die Erwartungen am Markt. Zuvor hatten die Titel um 2,04 Prozent verbessert geschlossen.