Wiener Börse

Schuldenkrise, US-Daten lassen ATX purzeln

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Alle ATX-Schwergewichte im Minus - Erste Group erneut massiv unter Druck.

Die Wiener Börse hat am Dienstag ihre Talfahrt weiter fortgesetzt. Der ATX fiel um 53,45 Punkte oder 3,12 Prozent auf 1.657,57 Einheiten und erreichte damit neue Zweijahrestiefs. Damit lag die tatsächliche Entwicklung des Leitindex rund 87 Punkte unter der heutigen Händlerprognose im APA-Konsensus von 1.745 Punkten.

Für fallende Kurse sorgte weiter die Schuldenkrise auf beiden Seiten des Atlantiks. In den USA wurde das Scheitern des überparteilichen Komitees zur Ausarbeitung eines Schuldenabbauplans bekanntgegeben. In Europa schürten zudem die wieder gestiegenen Anleihenrenditen von Problemländern die Ängste vor der Schuldenkrise.

Die am Nachmittag veröffentlichten US-Wirtschaftsdaten sorgten im Verlauf für weitere negative Impulse. Die US-Wirtschaft ist im dritten Quartal weniger stark gewachsen als zunächst berechnet. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) habe von Juli bis September auf das Jahr hochgerechnet um 2,0 Prozent zugelegt, teilte das US-Handelsministerium am Dienstag mit. Die Zahlen wurden an den Börsen mit Enttäuschung aufgenommen.

Besonders kräftig unter die Räder kamen am Dienstag Erste Group und fielen um 9,44 Prozent auf das neue Zweijahrestief von 10,70 Euro. Die Aktie hat damit allein seit Wochenbeginn schon 18 Prozent verloren. Etwas geringer fielen die Verluste bei Raiffeisen aus, die Aktie verlor 3,49 Prozent auf 14,80 Euro.

Auch die anderen ATX-Schwergewichte gaben am Dienstag kräftig nach. OMV fielen um 3,45 Prozent auf 21,24 Euro. voestalpine büßten 2,10 Prozent auf 18,41 Euro ein. Andritz verloren 2,35 Prozent auf 59,09 Euro. Telekom Austria fielen nach einer Verkaufsempfehlung um 1,83 Prozent auf 7,80 Euro. Die Berenberg Bank hat am Dienstag ihre Empfehlung "sell" und ihr Kursziel von 7,20 Euro für die Telekom bestätigt.

Zu den wenigen Aktien im Plus zählten Kapsch TrafficCom mit einem Plus von 1,67 Prozent auf 50,00 Euro. Für die am Mittwoch anstehenden Ergebnisse des Mautsystemeanbieters erwarten Analysten deutliche Zuwächse.
 

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