Börse

Konjunktursorgen

US-Börsen schließen schwach

Alcoa gibt 4,2 Prozent nach - Merck und Verizon einzige Dow-Gewinner.

Belastet von Konjunktursorgen haben die New Yorker Aktienbörsen am Donnerstag kräftige Verluste verbucht. Der Dow Jones Industrial Index ging bis zur Schlussglocke um 250,82 Punkte oder 1,96 Prozent auf 12.573,57 Einheiten zurück. Der S&P-500 Index fiel um 30,18 Punkte (minus 2,23 Prozent) auf 1.325,51 Zähler. Der Nasdaq Composite Index reduzierte sich um 71,36 Einheiten oder 2,44 Prozent auf 2.859,09 Stellen.

   Global schwächere Konjunktursignale versetzten die Anleger am Berichtstag in Missstimmung. In China blieb der Juni-Einkaufsmanagerindex in der Industrie den achten Monat in Folge hinter der Wachstumsschwelle von 50 Punkten zurück. Im Euroraum verblieb das Barometer für die Stimmung der Einkaufsmanager in der Industrie und im Dienstleistungssektor auf dem tiefsten Stand seit knapp drei Jahren, wurde am Vormittag (MEZ) zudem bekannt.

   In den USA selbst stand gleich ein ganzer Reigen an Datenveröffentlichungen an, die in Summe ebenfalls enttäuschend ausfielen. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, der Philly-Fed-Index und die Verkäufe bestehender Häuser blieben allesamt hinter den Erwartungen zurück. Lediglich der Sammelindex der Frühindikatoren konnte mit einem etwas stärker als erwarteten Anstieg positiv überraschen.

   Auch die Aussagen der US-Notenbank Fed würden noch dämpfend nachwirken, verlautete es aus Handelskreisen. Diese hatte am Vorabend eine Verlängerung der "Operation Twist" angekündigt, nicht aber - wie von einigen Marktteilnehmern erhofft - konkrete geldpolitische Lockerungsmaßnahmen in Aussicht gestellt. Hinzu kamen getrübte Prognosen bezüglich der zukünftigen Entwicklung der US-Konjunktur.

   Die US-Aktien gaben auf breiter Front nach, besonders deutlich schlug das negative Sentiment im Rohstoffbereich durch. Die Aktie des Aluminiumriesen Alcoa rutschte als Schlusslicht im Dow Jones um 4,15 Prozent auf 8,55 Dollar ab, im Ölsektor ermäßigten sich ExxonMobil und Chevron um 3,37 Prozent auf 82,11 Dollar bzw. 3,48 Prozent auf 100,02 Dollar.

   Vergleichsweise gut hielten sich am Berichtstag defensive Werte. Die Telekomaktie Verizon Communications und der Pharmawert Merck waren mit plus 0,07 Prozent auf 43,33 Dollar bzw. 0,61 Prozent auf 39,45 Dollar die einzigen Gewinner im Dow Jones.

   3M schlossen mit einem Minus von 0,93 Prozent auf 86,73 Dollar ebenfalls etwas besser als der Gesamtmarkt. Der Mischkonzern hatte zum Ausbau seines Geschäftes mit Verkehrsprodukten die Übernahme des Maut-Spezialisten Federal Signal Technologies Group (FSTech) angekündigt. Den 110-Mrd.-Dollar-Zukauf will 3M in der zweiten Jahreshälfte abschließen.

   Außerhalb des wichtigsten US-Index standen Philip Morris mit einer revidierten Gewinnprognose im Blick. Wegen der Dollarstärke hat der Tabakriese den Ausblick für das laufende Jahr auf 5,10 bis 5,20 Dollar Überschuss je Aktie gesenkt, im April noch war er von 5,20 bis 5,30 Dollar ausgegangen. Die Anteilsscheine lagen zur Schlussglocke 3,29 Prozent im Minus bei 85,60 Dollar.