Wiener Börse

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US-Nachrichten geben ATX die Richtung vor

Der ATX fiel deutlich um 37,25 Punkte oder 1,39 Prozen.

Die Wiener Börse hat die Sitzung am Mittwoch bei schwachem Volumen mit tieferen Notierungen beendet. Der ATX fiel deutlich um 37,25 Punkte oder 1,39 Prozent auf 2.642,22 Einheiten. Damit lag die tatsächliche Entwicklung des Leitindex rund 18 Punkte unter der heutigen Händlerprognose im APA-Konsensus von 2.660 Punkten. Zum Vergleich die wichtigsten Börsenindizes um 17.30 Uhr: Dow Jones/New York -0,74 Prozent, DAX/Frankfurt -1,31 Prozent, FTSE/London -1,23 Prozent und CAC-40/Paris -1,42 Prozent.

Die weiter ausstehende Einigung im US-Schuldenstreit hat dem heimischen Aktienmarkt so wie den Börsen quer durch Europa zugesetzt, hieß es aus dem Handel. Trotz des wachsenden Zeitdrucks ist im US-Kongress keine Einigung über eine Erhöhung der gesetzlichen Schuldengrenze in Aussicht.

Schwache US-Wirtschaftsdaten schürten zudem die Sorgen der Anleger. So sind die Aufträge für langlebige Güter im Juni um 2,1 Prozent im Monatsvergleich gesunken. Volkswirte hatten hingegen mit einem Zuwachs um 0,3 Prozent gerechnet. Im Mai waren die Aufträge noch um 1,9 Prozent gestiegen.

Neben einer Flut von Quartalsberichten an den internationalen Börsen stand am heimischen Markt die Ergebnispublikation des Verbund auf der Agenda. Der Stromproduzent überraschte mit einem unerwartet deutlichen Umsatzanstieg auf 1,87 Mrd. Euro, blieb jedoch beim Konzernergebnis von 176,3 Mio. Euro hinter den Konsensuserwartungen zurück. Die Verbund-Aktie gewann um 0,68 Prozent auf 29,42 Euro.

Auf negative Resonanz unter den Anlegern stieß währenddessen die Kapitalerhöhung der Kapsch TrafficCom. Der Mautausrüster konnte 800.000 neue Aktien zu einem Platzierungspreis von je 61,25 Euro voll unterbringen. Der Bruttoemissionserlös betrug somit 49 Mio. Euro. Mit diesem Erlös sollen weitere elektronische Mautprojekte finanziert werden. Die Aktie des Unternehmens rutschte als Schlusslicht im prime market um 5,13 Prozent auf 59,86 Euro ab.

Deutliche Abgaben verzeichneten auch die heimischen Bankaktien. Erste Group schlossen um 2,16 Prozent tiefer bei 33,27 Euro. Dass sich die Erste womöglich unter dem künftigen Basel III-Regime nicht weiter Eigenmittel der Sparkassen im Haftungsverbund anrechnen lassen kann, belaste hier, so ein Händler. Die Anteile des Mitbewerbers Raiffeisen gingen mit einem Minus von 1,14 Prozent auf 35,08 Euro aus dem Handel.

Unter den noch nicht erwähnten ATX-Schwergewichten trugen außerdem OMV (minus 1,17 Prozent auf 28,40 Euro) und voestalpine (minus 1,77 Prozent auf 36,29 Euro) besonders zur negativen Markttendenz bei.