Allianz muss US-Lebensversicherungstochter stützen

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Der deutsche Allianz-Konzern muss wegen Problemen in der US-Lebensversicherung ihrer dortigen Tochter Kapital zuschießen. "Die Rating-Agenturen fordern eine höhere Unterlegung mit Eigenkapital, wenn wir unser starkes Rating halten wollen", sagte Konzernchef Michael Diekmann in einem Interview mit der "Financial Times Deutschland".

Die Summe werde sich in Gesprächen mit den Rating-Agenturen ergeben. Das Blatt zitierte Marktkreise, wonach es sich um 1,5 Mrd. Dollar (1,1 Mrd. Euro) handeln solle. Dies wollte Diekmann nicht bestätigen. Diekmann erwartet, dass 2010 für die Assekuranz noch schwieriger als 2009 wird. "Auf viele kommen dann große Umsatzprobleme zu", sagte er in der Zeitung. Die Allianz stehe dagegen trotz Krise "grundsolide" da und wolle vor allem organisch wachsen. "Es ist Raum entstanden, der in der Vergangenheit nicht da war." Selektive Akquisitionen für 2010 wollte er nicht ausschließen. "Allerdings eher nicht in Deutschland."

Im US-Lebensversicherungsmarkt kämpft die Allianz mit einer Reihe von Problemen - unter anderem mit den Kosten der Variable Annuities (VA). Bei diesen Polizzen gibt der Versicherer dem Kunden hohe Zinsgarantien. "Dass die Märkte 2008 derart erschüttert würden, konnte keiner ahnen", sagte Diekmann zu den VA-Verträgen in der "FTD". "2008 haben wir hier vor Steuern 230 Mio. Dollar Buchverlust gemacht. Einen Teil davon haben wir nun im ersten Halbjahr schon wieder hereingeholt." Man sei kein unkalkulierbares Risiko eingegangen.

Durch die Schwäche des staatlich gestützten Marktführers AIG entstehe Spielraum. "Die Frage ist, wie groß der ist." Eine Übernahme des Versicherers Hartford, bei dem sich die Allianz 2008 eingekauft hat, schloss Diekmann "aus heutiger Sicht" aus. "Hartford ist ein reines Finanzinvestment."

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