Regierungschef Papandreou sah keine andere Chance

Top-Priorität

Athen will Staatseigentum privatisieren

Man will den Schuldendienst mit Entwicklungsprojekten bedienen.

Griechenland will sich nach Angaben von Ministerpräsident Giorgos Papandreou verstärkt der Privatisierung von Staatseigentum widmen. "Am Anfang waren Privatisierungen nicht unsere Priorität. Jetzt stehen sie ganz oben auf der Agenda. Wir werden beweisen, dass wir in der Lage sind, unseren Schuldendienst mit einer Reihe von Entwicklungsprojekten zu bedienen", sagte Papandreou am Samstag der italienischen Tageszeitung "Corriere della Sera". Über einen entsprechenden Plan werde bald abgestimmt. Dabei zählt Papandreou auf die Unterstützung der Opposition und der öffentlichen Meinung.

Erneut versicherte der Ministerpräsident des hoch verschuldeten Landes, das am Tropf der EU/IWF-Hilfen hängt, Griechenland werde weder eine Umschuldung vornehmen noch die Euro-Zone verlassen. Zugleich hofft Papandreou, im kommenden Jahr zumindest teilweise an die Finanzmärkte zurückkehren können. Es sei allerdings nicht an den Griechen, zu entscheiden, wie die Märkte reagierten, sagte Papandreou.


Unterdessen kann der italienische Notenbankchef Mario Draghi bei seiner Kandidatur für die Spitze der Europäischen Zentralbank (EZB) auf die Unterstützung Griechenlands zählen. Dies kündigte Papandreou in dem Zeitungsinterview an.