Poker um Kollektivvertrag

AUA-Personal protestiert am Donnerstag

Scheitert die Lohnrunde, sind weitere Proteste nicht ausgeschlossen.

Das Bodenpersonal der Lufthansa-Tochter AUA schaltet in den laufenden Kollektivvertragsverhandlungen den Nachbrenner ein. Am Donnerstag werden am Flughafen Wien ab 8:00 Uhr öffentliche Kundgebungen abgehalten, ab 10:00 Uhr ist eine Betriebsversammlung angesetzt, teilte die Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) am Mittwoch mit. GPA-Vizechef Karl Proyer erwartet sich ein "volles Haus", angekündigt sind gleich drei Protestzüge. Einer vor der AUA-Zentrale, einer in der Abflughalle und einer auf der Zubringerstraße zum Flughafen. Proyer geht von erheblichen Verkehrsbehinderungen für An- und Abreisende aus.

Sofortiger Warnstreik unwahrscheinlich
Die Betriebsversammlung könnte auf unbegrenzte Zeit verlängert werden, ein sofortiger Warnstreik gilt aber als unwahrscheinlich. Laut Verhandlungskreisen soll am kommenden Montag eine weitere Lohnrunde stattfinden. Bleibt auch diese erfolglos, müssen sich die AUA-Kunden wohl auf umfangreichere Proteste einstellen, ist zu hören.

Personal: Versprechen vom Vorjahr sollen eingelöst werden
Laut Belegschaftsvertretung hätten die Beschäftigten des technischen und kaufmännischen Personals im vergangenen Jahr ihren Sanierungsbeitrag zur Sicherung des Unternehmens geleistet und den Personalabbau schmerzhaft mitgetragen - unter der Zusage, dass ab nächsten Jahr wieder die Chance auf eine reale Gehaltserhöhung bestehe. Stattdessen wolle die notverkaufte AUA weitere Eingriffe im Kollektivvertrag vornehmen. Betroffen wären 2.600 AUA-Mitarbeiter. Laut GPA geht es bei den geforderten Gehaltserhöhungen insgesamt lediglich um eine Summe, die einem Drittel eines Vorstandsgehaltes entspreche.

AUA-Führung: Sind bei Gehalt gesprächsbereit
Stimmt so nicht, kontert die AUA-Führung. Man sei beim Gehalt durchaus gesprächsbereit, allerdings müsse die Belegschaftsvertretung dem Unternehmen bei der Abfertigung und den automatischen Lohnvorrückungen entgegen kommen. AUA-Boss Peter Malanik gibt zu bedenken, dass die wirtschaftliche Lage der Airline noch immer angespannt sei. "Wir sind von der Sanierung noch weit entfernt. Wir werden heuer weiterhin einen operativen Verlust erzielen", so seine Botschaft. Seine Position bei den KV-Verhandlungen: "Null-Lohnrunde oder maßvolle Gehaltserhöhung mit KV-Reform."