AWD darf in Deutschland nicht "unabhängig" heißen

Der zum Lebensversicherer Swiss Life gehörende Finanzvertrieb AWD darf sich in Deutschland nicht als "größter unabhängiger Finanzberater" bezeichnen oder das Wort "unabhängig" verwenden. Das geht aus einem Urteil des Landgerichts Hannover hervor.

AWD bestätigte einen entsprechenden Bericht der "Financial Times Deutschland". Das Gericht kam zum Schluss, dass prinzipiell nicht von Unabhängigkeit geredet werden kann, wenn AWD seinen Vertretern eine Software mit Vorgaben an die Hand gebe.

Geklagt hatte der Konkurrent, die deutsche Vermögensberatung DVAG. Das Urteil gilt nur für Deutschland. Sobald das Urteil vorliege, werde AWD es prüfen und "auf jeden Fall" in Berufung gehen, sagte Bela Anda, Kommunikations-Chef von AWD.

Bereits im Jahr 2000 habe die DVAG den gerichtlichen Versuch unternommen, AWD die Bezeichnung "unabhängiger Finanzoptimierer" zu verbieten und sei vor dem Landgericht Frankfurt gescheitert. AWD sei fest davon überzeugt, dass letztinstanzlich auch jetzt ein Gericht zu der gleichen Entscheidung kommen werde, sagte Anda.

Sollte das Urteil nicht aufgehoben werden, stünde die ganze Branche vor Problemen, da alle Finanzvertriebe Software mit bestimmten Einstellungen nutzten, so die "Financial Times".