Josef Bucher BZÖ Benzin

So teuer wie nie

BZÖ klagt gegen Sprit-Wahnsinn

Das BZÖ verdächtigt die Öl-Konzerne der illegalen Preis-Absprachen.

Kein Ende des Spritpreis-Horrors. Seit Wochen ist jeder verärgert, der tanken muss. Fast täglich werden neue Rekordpreise an den Zapfsäulen verlangt.

Am Sonntag lag der absolute Höchstpreis bei 1,649 Euro für einen Liter Super-Benzin (Gries am Brenner, Quelle: ÖAMTC). Der derzeitige Durchschnitt aller heimischen Tankstellen liegt bei 1,484 Euro -noch nie war Sprit so teuer. Diesel ist mit 1,433 pro Liter nur mehr 0,016 Cent entfernt vom Allzeit-Hoch.

Keine Entwarnung: Es wird in nächster Zeit auch nicht billiger. Aus Angst vor einem Krieg im Nahen Osten kaufen Spekulanten in großen Mengen Öl und treiben so den Preis in die Höhe.

Die Spritpreis-Entwicklung soll genau geprüft werden
Das BZÖ versucht, nun als Kämpfer für die Autofahrer zu punkten. Vor einigen Wochen riefen die Politiker zum Tank-Boykott auf. Der neue Plan: Eine Anzeige bei der Bundes-Wettbewerbsbehörde. Dort soll die Preisentwicklung bei Sprit genau geprüft werden. "Das ist das schärfste Mittel, das uns zur Verfügung steht", sagt BZÖ-Chef Josef Bucher. Der Verdacht: Ölkonzerne sprechen sich ab und verlangen gleiche Preise (Preis-Kartell). Der Konsument zahle drauf. Parteiintern wird nun die Anzeige vorbereitet, bis Ende der Woche soll sie bei der Bundes-Wettbewerbsbehörde einlangen.

"Druck auf Konzerne ausüben"

ÖSTERREICH: Was soll diese Anzeige bringen?
Josef Bucher: Wir wollen bei der Bundeswettbewerbsbehörde eine Prüfung der Preise erzwingen. Das ist das schärfste Mittel, das uns zur Verfügung steht. Es besteht der Verdacht der Kartell-Bildung auf Kosten der Konsumenten.
ÖSTERREICH: Sie werfen Konzernen vor, dass die sich absprechen und ähnliche Preise verlangen?
Bucher: Das muss geprüft werden. Wir haben derzeit Preise, die schwer mit dem Weltmarkt argumentierbar sind.
ÖSTERREICH: Was tut dann die Wettbewerbsbehörde? Bucher: Die können nur prüfen. Wir rechnen, dass das binnen zwei Monaten abgeschlossen ist.
ÖSTERREICH: Aber realistisch ist es nicht, dass danach der Spritpreis fällt?
Bucher: Wir fordern das Luxemburger Modell -das ist ein marktorientierter Höchstpreis: Der Preis richtet sich nach den Rohöl-Preisen, darüber hinaus haben Konzerne eine gewisse Spanne, innerhalb der sie agieren dürfen.
ÖSTERREICH: Sehen Sie also fallende Preise kommen?
Bucher: Wir sehen durch diese Klage eine Chance, dass die Bundeswettbewerbsbehörde Druck auf die Konzerne ausübt.
ÖSTERREICH
: Das ist doch einfach eine schöne PR-Aktion, die wenig bringt.
Bucher: Haben Sie bessere Vorschläge? 60 %des Spritpreises sind Steuern. In dem Bereich ist am meisten zu machen. Man kann nur bei Steuern oder den Konzernen etwas für die Fahrer rausholen.

(pom)