Europäische Zentralbank

Euro-Zone stagniert

EU-Kommission glaubt nicht an Rezession

Wirtschaft der Euro-Zone wächst 2011 nur um 1,6 Prozent.

Die Schuldenkrise und die Börsenturbulenzen sorgen nach Prognose der EU-Kommission für wirtschaftliche Stagnation in der Euro-Zone. Das Wachstum werde "zum Jahresende nahezu zum Erliegen kommen", hieß es in der am Donnerstag in Brüssel veröffentlichten Herbstprognose. Das werde aber "keinen erneuten Rückfall in die Rezession bewirken". Die Brüsseler Behörde rechnet für 2011 weiter mit einem Wachstum des Bruttoinlandsproduktes von 1,6 %. Konjunktur-Lokomotive bleibt demnach Deutschland: Für die größte Volkswirtschaft Europas wurde die Prognose gegenüber dem Frühjahr von 2,6 auf 2,9 % angehoben. Für die gesamte EU mit ihren 27 Ländern wurde sie dagegen von 1,8 auf 1,7 % gesenkt.

"Die Aussichten für die europäische Wirtschaft haben sich verschlechtert", sagte EU-Wirtschafts- und Währungskommissar Olli Rehn. "Die Staatsschuldenkrise hat sich verschlimmert und die Turbulenzen an den Finanzmärkten werden die Realwirtschaft in Mitleidenschaft ziehen." Um den Erholungsprozess wieder in Gang zu setzen, müssten die Staatshaushalte saniert werden.

Soros glaubt an Rezession

Anders als die Brüsseler Behörde sieht Star-Investor George Soros die Euro-Zone vor einem jahrelangen wirtschaftlichen Niedergang. "Der Druck zum Defizitabbau wird die Euro-Zone in eine anhaltende Rezession stürzen", schrieb der US-Milliardär und Hedge-Fund-Manager in einem Gastbeitrag für das Magazin "New York Review of Books" und Reuters.com. "Das wird unkalkulierbare politische Folgen haben." Eine Große Depression könne nur dann verhindert werden, wenn sich die Politik zu radikalen Maßnahmen entschließe. Dazu gehöre ein europäisches Finanzministerium, das Steuern eintreiben und Schulden aufnehmen könne.