Energiepreise

AK schlägt Alarm

Hilfe! Strom & Gas viel zu teuer

Obwohl Großhandelspreise sanken, müssen Konsumenten mehr zahlen.

Bei den Energiepreisen sind die Konsumenten vom teuren Tanken Kummer gewöhnt. Jetzt schlägt die Arbeiterkammer auch bei Gas und Strom Alarm und kritisiert erneut die aus ihrer Sicht zu hohen Preise für die österreichischen Haushalte. „Die Anbieter haben Senkungen der Großhandelspreise der letzten drei Jahre nicht fair an die Konsumenten weitergegeben“, sagt AK-Präsident Herbert Tumpel.

Er stützt sich dabei auf Ergebnisse des aktuellen AK-Preismonitorings bei 11 Gas- und 14 Stromanbietern. Obwohl die Großhandelspreise für Gas und Strom in den letzten drei Jahren um bis zu 17,5 Prozent gesunken seien, sei die Energie für die Verbraucher stetig teurer geworden. Tumpel: „Für Erhöhungen gibt es aber keine Gründe.“ Es sei „ungerecht, dass die Konsumenten nur draufzahlen“.

Tumpel: „Ungerecht, dass Verbraucher draufzahlen“
Zwischen Juli 2008 und Juli 2011 sei der Gas-Großhandelspreis um 15,5 Prozent gesunken, so die AK. Fast alle Gasanbieter hätten aber zu diesem Zeitpunkt die Preise für Konsumenten erhöht, und zwar um bis zu 32,5 Prozent. Beim Strom biete sich ein ähnliches Bild: Trotz um 15,5 Prozent niedrigerer Großhandelspreise müssten die Konsumenten zwischen 6 und knapp 22 Prozent mehr bezahlen. Die AK rät, mittels Online-Strom- und Gaspreisrechner den günstigsten Anbieter zu finden.

Erfasst seien in dem Monitor die reinen Energiepreise, ohne Netzgebühren, Steuern und Abgaben, betont die AK. Tatsächlich besteht ja der Strompreis in Österreich nur zu einem Drittel aus dem reinen Energiepreis. Der Steueranteil liegt bei rund 28 Prozent – so hoch wie in kaum einem anderen europäischen Land. Bei den Netto-Strompreisen (Energie und Netz) liegt Österreich im Mittelfeld der EU-15.

Energiewende macht Strom noch teurer

Weil die Stromversorgung europäisch organisiert ist, wird der deutsche Atom-Ausstieg dazu führen, dass auch bei uns die Strompreise steigen. Zum einen, weil das Angebot dadurch knapper wird, zum anderen, weil europaweit hohe Investitionen etwa in neue Gaskraftwerke und verstärkte Leitungskapazität notwendig sind. Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber (aktuell günstigster Anbieter) hat aber bereits gesagt, dass er die Preise heuer nicht erhöhen wird.

© APA
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A. Sellner