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Immofinanz-HV segnet Verschmelzung mit Immoeast ab

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Die außerordentliche Hauptversammlung der Immofinanz hat am Mittwoch (20. Jänner) den Verschmelzungsplan mit der Osttochter Immoeast mit überwältigender Mehrheit von 99,9 Prozent gutgeheißen. Damit haben die Aktionäre die erste Hürde für die Verschmelzung aus dem Weg geräumt. Die zweite soll morgen bei der außerordentlichen Hauptversammlung der Immoeast genommen werden, bei der ebenfalls eine Mehrheit von 75 Prozent erforderlich ist.

Der Beschluss umfst die Übertragung des Vermögens der Immoeast an die Immofinanz AG, wobei die Immoeast-Aktionäre für zwei ihrer Aktien drei Immofinanz-Aktien erhalten sollen. Der zweite Teil des Beschlusses umfaßt die Aufstockung um bis zu 567,3 Mio. Jungaktien, die zu den bestehenden 476,7 Millionen Immofinanz-Aktien dazukommen werden. Die Fusion soll Ende April 2010 erfolgen. Ziel der Maßnahme ist es, die Liquidität der Aktien zu erhöhen, konzerninterne Verbindlichkeiten aufzulösen, die Transparenz zu erhöhen und Kosten einzusparen, wie Konzernchef Eduard Zehetner den Aktionären erneut erläuterte.

Geht die Fusion durch, werden die Minderheitsaktionäre der 54 Prozent-Tochter Immoeast die Mehrheit an dem Konzern übernehmen, die Anteile jetziger Immofinanz-Aktionäre wie Rudolf Fries werden voraussichtlich verwässert. Den Net Aset Value pro Aktie der fusionierten Gesellschaft bezifferte Zehetner mit voraussichtlich 5,09 Euro.

Überraschend freundliche Stimmung

Obwohl viele Anwesende wohl Langzeitaktionäre sind und durch die Kursimplosion nach 2007 viel Geld verloren haben, war die Stimmung gegenüber dem am Podium versammelten Vorstand ausgesprochen freundlich. Ausführungen Zehetners wurden mit Applaus begrüßt, Kleinaktionärsvertreter Erwin Rasinger verglich die Situation der Immofinanz mit einem aus der Intensivstation entlassenen Patienten, der noch vor kurzem als Todeskandidat gegolten hatte. Das Tauschverhältnis zwischen Immoeast und Immofinanz-Titel ist für Rasinger "durchaus akzeptabel".

Die Immofinanz-neu wird künftig unter "Immofinanz Group" firmieren, wird aber den Markennamen Immoeast in Osteuropa weiter verändern. Die Immoeast-Notierung an der Warschauer Börse wird nach dem Erlöschen der Immoeast verschwinden. Eine Einführung der Immofinanz-Aktien in Warschau werde es nicht geben, weil der Aufwand dafür zu hoch wäre, sagte Zehetner. Die Kosten für die Verschmelzung bezifferte er - abhängig vom Zeitpunkt - mit lediglich 2 bis 3 Mio. Euro.

Zehetners Vergleich

Kurzfristige Verwirrung erzeugte Zehetners Bemerkung, der lange ausstehende Vergleich mit Constantia BV und der früheren Constantia Privatbank sei "abgeschlossen" (später präzisierte der Manager, dies sei "materiell", aber nicht juristisch zu verstehen). Nach seiner Darstellung ist die Constantia BV verpflichtet, 350 Mio. Euro zahlen, davon 217 Mio. Euro in Cash sowie 36,6 Mio. Immoeast-Aktien.

Der Deal sei aber rechtstechnisch" an die Übernahme der aus der früheren Constantia Privatbank entstandenen Bad Bank geknüpft, den die Immofinanz um einen symbolischen Euro übernehmen will. Zehetner erwartet sich daraus im Laufe von mehreren Jahren einen Zufluss von im besten Fall 100 Mio. Euro. Die damit verbundenen Risiken bezeichnete er als "nicht überbordend". Die Immofinanz hat 400 Mio. Euro Forderungen gegen diese Bad Bank. Sollten diese geltend gemacht werden, hätte dies wohl unweigerlich die Insolvenz zur Folge, sagte Zehetner, der im November 2008 das Ruder übernommen hatte.

Eine nicht mit der Verschmelzung verbundene Kapitalerhöhung der neu zu bildenden "Immofinanz Group" ist laut Zehetner zwar weiter angestrebt, aber derzeit nicht in Sicht. Unter günstigen Voraussetzungen werde die Immofinanz neu für das Jahr 2011/12 ausschüttungsfähig sein, sagte er.

In der Hauptversammlung wurde auch die Zusammensetzung des Aufsichtsrats verändert. Neu in das Kontrollgremium gewählt wurden der Treuhänder Klaus Hübner und der Pensionskassenmanager Christian Böhm (APK).

Die Immofinanz notierte am Mittwoch gegen 16.00 Uhr um 1,15 Prozent leichter bei 2,58 Euro, die Immoeast bei 3,88 Euro.

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